Sarmstorf : Neues Zuhause für die Jungrinder

Täglich schaut Vorstandsvorsitzender Ulrich Behnke auf die Baustelle. 314 Tiere sollen in dem Stall Platz finden.
Täglich schaut Vorstandsvorsitzender Ulrich Behnke auf die Baustelle. 314 Tiere sollen in dem Stall Platz finden.

Landwirtschaftliches Unternehmen Sarmstorf hält an Milchproduktion fest und investiert in den Nachwuchs.

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16. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Nun doch! Am Rande des Betriebsgeländes des Landwirtschaftlichen Unternehmens Sarmstorf e.G. wird ein neuer Stall gebaut. Dabei hätte alles schon im Sommer fertig sein können. Doch die Sarmstorfer Landwirte zögerten angesichts eines über lange Zeit brutal niedrigen Milchpreises. Im neuen Stallgebäude werden bessere Bedingungen für die Aufzucht von Jungrindern geschaffen. 1,5 Millionen Euro lässt die eingetragene Genossenschaft sich das kosten.

Schon im vergangenen Jahr hätten die Sarmstorfer loslegen können. „Aber wir haben noch einmal alles hinterfragt, alles noch einmal durchgerechnet“, erklärt Vorstandsvorsitzender Ulrich Behnke. Es musste u.a. die Frage beantwortet werden, ob man auch künftig noch in Sarmstorf Kühe melken will oder sich von der Tierhaltung angesichts unberechenbarer Schwankungen des Milchpreises verabschiedet. „Wir haben uns für die Milchviehhaltung und richtig entschieden“, sagt Behnke heute. Dafür habe eine erfolgreiche Entwicklung im Unternehmen ebenso gesprochen wie die Tatsache, dass man nun mal über 302 Hektar Grünland verfügt. Auch die Pachtverträge mit dem Land würden Bedingungen enthalten, die man auch weiterhin erfüllen möchte. Die Aussicht auf eine Kostenersparnis, die sich mit dem neuen Stall ergibt, hätte außerdem für das Projekt gesprochen.

Ist der Nachwuchs bisher in Bergeräumen untergebracht, so erhalten die Kälber künftig mehr Platz, mehr Luft und Licht. „Es geht ums Tierwohl“, betont Behnke. Ausgelegt ist der neue Stall für 314 Tierplätze. Untergebracht wird dort ab dem nächsten Sommer die Nachzucht ab dem 6. Monat bis zur ersten Abkalbung. Zur Verfügung stehen den Tieren Tiefliegeboxen auf einem Stroh-Kalk-Gemisch. Dafür werde man nur halb so viel Stroh benötigen wie derzeit, erklärt der Landwirt. Parallel dazu wird ein Güllelager, das 2500 Kubikmeter Flüssigkeit fasst, gebaut. „Damit sind wir dann in der Lage für neun Monate Gülle zu lagern“, berichtet Behnke. Momentan sei eine Lagerkapazität für sechs Monate vorgeschrieben. Man baue mit dem Lager für die Zukunft vor.

370 Milchkühe werden derzeit in Sarmstorf gemolken. Dabei bleibt es auch. Kontinuierlich war der Milchpreis in diesem Jahr bis auf 41 Cent je Liter im Oktober gestiegen. „Wir hatten erwartet, dass es ein bisschen dabei bleibt“, betont der Landwirt. Aber im November habe man nur noch 39 Cent für den Liter Milch bekommen. Behnke fürchtet, dass es nun wieder weiter abwärts geht. Immerhin konnt mit einem durchschnittlichen Preis von 36,4 Cent in den ersten elf Monaten des Jahres etwa die Hälfte des Defizits aus dem Jahr 2016 abbauen. Anders als in den vergangenen Jahren leiste die Milch diesmal einen positiven Beitrag zum Betriebsergebnis, war die Ernte doch wenig berauschend ausgefallen. „Wir haben aber auch alle Register bei Einsparungen gezogen“, sagt Behnke. Auch bei einem höheren Milchpreis bleibt er seiner Divise treu: Kosten immer im Auge behalten.

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