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Wassermühle Kuchelmiß : Neues Wehr nimmt Gestalt an

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nach Komplikationen vorigen Sommer verzögert sich Sanierung des Sperrwerkes bis April.

von
erstellt am 05.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Noch einige Wochen bleibt die Fahrverbindung abseits der Landesstraße 11 an der Wassermühle vorbei voll gesperrt. Der Grund sind die Bauarbeiten zur Erneuerung des Nebel-Wehrs an dem historischen Ensemble Wassermühle/Mühlenscheune. Klar sei inzwischen, dass der ursprünglich angedachte Fertigstellungstermin, Ende Februar/Anfang März nicht mehr zu halten ist, sagt Bauleiter Marco Hesse vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg in Rostock (Stalumm), das für das Land als Bauherr auftritt. Letztlich hätten Komplikationen beim Bauablauf im Sommer doch zu Verzögerungen geführt.

Um das Mühlenbauwerk zu schonen, hatte die Bauleitung sich gegen das übliche Rammen oder auch Vibrieren zum Einbringen der Spundwände für die Trockenlegung des Wehres entschieden. Teilweise wurde sogar in Handarbeit abgebrochen. Beim Verpressen der Bohlen für die Spundwände im Sommer waren die Bauarbeiter jedoch auf massive Packlagen im Untergrund gestoßen (SVZ berichtete). Für das Durchstoßen der Findlinge auf sanfte Art musste ein spezielles Großbohrgerät herangeschafft werden. So etwas liegt nicht mal eben so auf Lager, sondern muss bestellt werden und verfügbar sein. Als das Gerät dann in Kuchelmiß war, sei es dort zwei Wochen im Einsatz gewesen. Mit dem Felsbohrer habe man die Hindernisse zertrümmern können und das Gestein aus dem Untergrund mittels Bohrschnecke ans Tageslicht befördert, beschreibt Marco Hesse den Vorgang. „Danach konnten wir die Spundwände problemlos einsetzen“, zeigte sich der Bauleiter erleichtert.

Erst Ende September habe man schließlich die reguläre Arbeit am Wehrersatzbau fortsetzen können. Und offenbar zeigte das aufwändige Verfahren Erfolg. Bisher jedenfalls wären keine neuen Schadensbilder am Mühlenbauwerk zu beobachten, betont der Diplomingenieur, der im übrigen die Geduld der Anwohner zu schätzen weiß: „Was wir dort machen, geht ja nicht ohne Lärmbelästigung vonstatten.“

Inzwischen ist die Grundkonstruktion des neuen Wehres zu erahnen. Die Rahmen für die drei künftigen Wehrverschlüsse sind gerichtet, derzeit werde am Einbringen der Wehrsole gearbeitet. Komplett erneuert wurde die Turbinenkammer, während das Maschinenhaus unberührt geblieben sei. Vom Prinzip gleiche die Konstruktion des neuen Sperrwerkes der des alten. Beschleunigen ließe sich der Arbeitsfortgang nicht, erklärt Bauleiter Hesse. Dass immer nur zwei oder drei und kaum mal eine Handvoll Arbeiter vor Ort ist, liege an den beengten Verhältnissen. Auch lasse sich immer nur eins nach dem anderen machen.

„Die Vollsperrung werden wir noch eine Weile aufrecht halten. Eine Durchfahrt für Autos wäre bei der Großtechnik, die wir noch vor Ort haben, zu gefährlich.“ Im April rechnet Hesse jetzt mit der Fertigstellung des neuen Wehres. Speziell die Betonierungsarbeiten wären aber weiter hin von der Witterung abhängig.

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