Recknitz : Neues Dach für alte Kirche

Gerd Bühler (r.) und Chris Löbert erledigen in dieser Woche Arbeiten, die notwendig sind, um dann über dem historischen einen zweiten neuen Dachstuhl aufbauen zu können. Fotos: Regina Mai
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Gerd Bühler (r.) und Chris Löbert erledigen in dieser Woche Arbeiten, die notwendig sind, um dann über dem historischen einen zweiten neuen Dachstuhl aufbauen zu können. Fotos: Regina Mai

Aus Sanierungsvorhaben in Recknitz wird Bau eines neuen Dachstuhles über dem historischen Gebälk.

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21. September 2017, 05:00 Uhr

Das Kirchenschiff trägt eine Rüstung. Ein Teil des Daches ist abgedeckt. Firmenautos stehen auf dem Kirchhof. Was eigentlich schon im vergangenen Jahr hätte erledigt sein sollen, ist nun in Angriff genommen. Die Kirche in Recknitz erhält ein neues Dach. Vieles dabei ist komplizierter geworden, als zunächst geplant, ein gutes Ende aber in Sicht.

So erfolgt nun keine Dachsanierung im eigentlichen Sinne. Dafür hatte es keine Zustimmung durch die Denkmalpflege geben. Vielmehr habe das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege eine Erhaltung des mittelalterlichen Dachstuhles verlangt. „Untersuchungen ergaben, dass die Hölzer im frühen 13. Jahrhundert geschlagen wurden“, berichtet Thomas Kretschmann. „Der alte Dachstuhl wird erhalten und ein neuer darüber gesetzt“, erklärt der Pastor der Christophorus-Kirchengemeinde Laage, zu der Recknitz gehört. Deshalb hatte ein neuer Bauantrag gestellt werden müssen. Die Baugenehmigung war erst kürzlich gekommen. Die heimische Dachdeckerfirma ist zunächst mit umfangreichen Vorbereitungsarbeiten für den neuen Dachstuhl beschäftigt. Bei einem Zeitplanes halten sich alle zurück. „Zu sehr wetterabhängig“, erklärt Kretschmann.


Nächstes Ziel: Innenraum sanieren


Ein neues Dach erhalten das Kirchenschiff und der Chor des mittelalterlichen Baus. 490 00 Euro sind dafür veranschlagt, berichtet Karsten Hub, Baubeauftragter des Kirchenkreises Mecklenburg. Zur Finanzierung standen Mittel aus der Städtebausonderförderung bereit.

Der Baubeauftragte und die Christophorus-Kirchengemeinde sind derweil bereits mit dem nächsten Projekt befasst – die Sanierung und weitere Gestaltung des Innenraumes. „Eigentlich wollten wird das vorziehen, haben jetzt aber gesehen, dass es richtig ist, dass erst das Dach gemacht wird“, stellt Kretschmann fest. Für eine Taufe – die Kirche wird auch während der Bauarbeiten genutzt – musste gründlich sauber gemacht werden. Für die Innenraumsanierung hat die Christophorus-Kirchengemeinde Leadermittel über den Landkreis Rostock beantragt. „Die Hürde der ersten Auswahlrunde haben wir genommen“, berichtet Kretschmann. Jetzt müsse die konkrete Planung vorangetrieben werden und die Genehmigungsfähigkeit unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten geprüft werden, betont Hub. Gehe es doch nicht nur um eine Ausmalung des Kirchenraumes, sondern darum den Raum durch Umbauten und die Installation von Technik multifunktional nutzbar zu machen. Auch eine Sanierung des gewaltigen Orgelprospektes (nicht der Orgel selbst) sei Teil des Vorhabens. Nach grober Schätzung seien rund 400 000 Euro für dieses Vorhaben zu veranschlagen, so Hub. Ziel sei eine Realisierung in den Jahren 2018/2019.

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