Güstrow : Neues Auto für Güstrower Tafel, aber kein Fahrer

Jens Lahl, Geschäftsführer des Güstrower Bildungshauses, und Gabriele Kempke im Gewächshaus, in dem Tomaten, Gurken und Zucchini wachsen.  Fotos: hans-jürgen kowalzik (2)
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Jens Lahl, Geschäftsführer des Güstrower Bildungshauses, und Gabriele Kempke im Gewächshaus, in dem Tomaten, Gurken und Zucchini wachsen. Fotos: hans-jürgen kowalzik (2)

Auslieferung des Fahrzeugs in erster Augustwoche / Geld von SVZ-Weihnachtsaktion fließt mit ein / Immer mehr Bedürftige

svz.de von
04. Juli 2014, 06:00 Uhr

Vorfreude bei der Güstrower Tafel: In der ersten Augustwoche erhält sie ihr neues Auto. Die Anschaffung wurde auch durch die SVZ-Weihnachtsaktion, in der Geld für die Tafeln im Land gesammelt wurde, möglich. 5600 Euro erhielt die Güstrower Tafel von unserer Zeitung. „Darüber freuen wir uns sehr, denn unser Auto ist zwölf Jahre alt und kostet inzwischen zu viel Geld für Reparaturen. Außerdem benötigen für den Lebensmittel-Transport ein Auto mit einem Kühlaggregat“, erzählen Gabriele Kempke und Heidrun Morlang, 1. und 2. Vorsitzende des Tafelvereins. Aber jetzt, wo die Suche nach einem Auto bald der Vergangenheit angehört, tut sich ein neues Problem auf. Heidrun Morlang: „Wir haben nur noch bis Ende November einen Fahrer. Der ist über die Bürgerarbeit beschäftigt. Um Kontinuität zu haben, möchten wir gern einen Fahrer haben, der wie unsere zwölf Helfer ehrenamtlich für die Tafel fährt.“ Wer Interesse hat, kann sich unter Telefon 0 38 43/8 56 74 07 melden.

Sowohl die Hilfe im Ehrenamt als auch das Auto sind die wichtigsten Voraussetzungen für das Funktionieren der Tafel. Denn der Zustrom der Bedürftigen ist ungebrochen. 2000 Menschen versorgt die Güstrower Tafel in zwölf Städten und Dörfern (Güstrow, Krakow am See, Teterow, Kronskamp, Mistorf, Lüssow, Weitendorf, Liessow, Lalendorf, Hohen Sprenz, Diekhof und Striesdorf) in der Woche. Dazu kommt neuerdings die Versorgung in den Asylbewerberheimen Waldweg und Demmlerstraße. Gabriele Kempke: „Das sind zehn Prozent mehr als am Jahresanfang.“ Zur Klientel gehören mittlerweile immer mehr Familien mit Kindern. Ein Problem ist inzwischen, dass immer weniger Märkte Lebensmittel abgeben. „Das wird von oben befohlen“, weiß Gabriele Kempke. Im Monat werden gegenwärtig bis zu 20 Tonnen Lebensmittel verteilt.

Inzwischen hat sich aber auch der Umfang der Arbeiten für die Tafel erweitert. Morlang: „Wir haben Projekte, um an Spendengelder zu kommen und Gelder einzunehmen.“ Dazu gehört das „Gesunde Frühstück“, mit dem die Förderschule Güstrow versorgt wird. Aber auch die Vereinskantine des Bildungshauses. Das Bildungshaus ist Pächter des Geländes, auf dem die Tafel ist. Das Grundstück gehört der Stadt. Als die Tafel ein neues Domizil suchte, erklärte sich das Bildungshaus bereit, das Areal weiter zu vermieten, denn Heidrun Morlang arbeitet im Bildungshaus.

Ein zweites Projekt ist der „Tafelgarten“. Seit diesem Jahr bewirtschaftet die Tafel die zum Gelände gehörenden Gewächshäuser. In ihnen wachsen Tomaten, Gurken, Zucchini und Kartoffeln. Wenn sie reif sind, kommen sie beim „Gesundes Frühstück“ oder in der Vereinskantine auf den Tisch.


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