Aussichtspunkt : Neuer Utkiek noch in diesem Jahr

Cornelia Dettmann, die für das Stadtentwicklungsamt das Gesamtprojekt begleitet, erläuterte Spender Knut Brinkmann, wie das Areal am Utkiek künftig aussehen soll.
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Cornelia Dettmann, die für das Stadtentwicklungsamt das Gesamtprojekt begleitet, erläuterte Spender Knut Brinkmann, wie das Areal am Utkiek künftig aussehen soll.

Letzte Hürde genommen: Fördermittel-Zusage für Neubau des beliebten Aussichtspunktes in den Güstrower Heidbergen.

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31. Januar 2018, 20:30 Uhr

Noch in diesem Jahr könnten die Güstrower ihren Utkiek wieder haben. Und vermutlich um ein Vielfaches schöner, als das Areal auf dem Heidberg je gewesen ist. Hatte die Stadt ursprünglich die Jahre 2020/21 als spätesten Zeitraum für die Errichtung eines neuen Turmes avisiert, so müssten die für die Projektbegleitung zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung jetzt ranklotzen: Im Oktober soll der Turm stehen, sagte Bürgermeister Arne Schuldt am Mittwoch. Dass es nun drängt, liege an den Fördermitteln. Deren Zusage stand immer noch aus, nachdem die Stadt bereits den Bauantrag gestellt hatte.

Am Mittwoch konnte Forstamtsleiter Ralf Neuß im Auftrag von MV-Landwirtschaftsminister Backhaus den Fördermittelbescheid an die Stadt überreichen. 212 000 Euro schießen das Land und die EU mit Eler-Mitteln für das Gesamtprojekt zu. Das Vorhaben wird mit 334 000 Euro nämlich deutlich mehr kosten, als die allein für den Turm veranschlagten 170 000 Euro. Denn Bestandteil ist eine gründliche Aufwertung des Utkieks.

Der neue Utkiek: ein Stahlturm.  Grafik: Barlachstadt Güstrow
Barlachstadt Güstrow
Der neue Utkiek: ein Stahlturm. Grafik: Barlachstadt Güstrow
 

Jahrelang war der Aussichtspunkt dem Verfall preisgegeben, nachdem der aus den 1990er-Jahren stammende hölzerne Aussichtsturm Vandalismus zum Opfer gefallen war. Immer wieder hatten auch SVZ-Leser den Zustand kritisiert. Die Initialzündung für den Neubau hatte das Autohaus Brinkmann mit einer Spende gegeben: 17 000 Euro, also zehn Prozent der voraussichtlichen Kosten für den Turm, spendete Inhaber Knut Brinkmann. Anlass war das 25-jährige Bestehen des Mercedes-Autohauses in Güstrow. Brinkmann knüpfte eine Bedingung daran: Das Geld sollte für eine dauerhafte Konstruktion verwendet werden – also Stahl. Die Stadtvertretung, mit der dafür erforderlichen Bereitstellung der Eigenmittel in Zugzwang geraten, stimmte schließlich zu (SVZ berichtete). Könnte doch auf diese Weise das Naherholungs-Kleinod auf den Wanderwegen in den Heidbergen für die Güstrower wieder hergestellt werden.

Schon seit Jahren sieht es nicht mehr schön aus rund um den alten Bunker, der als Fledermausquartier erhalten bleibt.
Eckhard Rosentreter
Schon seit Jahren sieht es nicht mehr schön aus rund um den alten Bunker, der als Fledermausquartier erhalten bleibt.
 

Für die Fördermittelzusage erfüllte die Stadtforst mit der Zertifizierung des Waldes bereits eine Voraussetzung. Somit kann demnächst der Umbau eines etwa 50 Quadratmeter umfassen Areals rund um den Aussichtspunkt beginnen. Ein zehn Meter hoher Stahlturm soll direkt vor den alten Bunker gesetzt werden. Der Betonklotz wurde einst zu DDR-Zeiten von Zivilverteidigung und Kampfgruppen beim „Krieg spielen“ als Splitterschutz genutzt – und soll weiter als Fledermausquartier dienen. Zugleich sollen ein Rastplatz mit Fahrradparkplatz und Rettungszufahrt eingerichtet werden. Das Wanderwegesystem im direkten Umfeld werde neu geordnet und so gestaltet, dass man den 48 Meter hohen Hügel zum Beispiel auch mit Kinderwagen bewältigen kann, erläuterte Cornelia Dettmann, die Projektbegleiterin vom Stadtentwicklungsamt. Alles ordne sich schließlich auch in das große Konzept „Erlebnisvielfalt Inselsee“ ein, ergänzt Bürgermeister Schuldt.

Zur Stabilisierung der Böschung zur früheren Kiesgrube müssten auch Neuanpflanzungen erfolgen, sagte Stadtförster Holger Michel. Die Sicht behindernde Bäume würden dagegen gestutzt werden. Der Turm selbst werde kaum ins Blickfeld fallen.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch: Der Inselsee werde von der zehn Meter hohen und etwa 5,5 Meter im Quadrat umfassenden Plattform nicht zu sehen sein, legte Cornelia Dettmann dar. Eine schöne Aussicht auf die Silhouette der Stadt und ihr Umland werden es dennoch allemal geben.

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