Landwirtschaft : Neuer Stall für Jungrinder

Johannes Aalberts ist sehr zufrieden mit den Haltungsbedingungen im neuen Rinderstallt.
Johannes Aalberts ist sehr zufrieden mit den Haltungsbedingungen im neuen Rinderstallt.

AAK Rinderaufzucht GbR investiert 1,6 Millionen Euro in neuen Stall und sichert damit Nachwuchs für Milchviehbetrieb in Schlieffenberg

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26. November 2015, 00:00 Uhr

Zwischen Roggow und Rachow steht ein großer Stall mitten auf dem Feld. Die Seitenwände sind aus Kunststoffplanen, können je nach Wetterlage schützen oder frische Luft herein lassen. Die AAK Rinderaufzucht, eine GbR, hat den Stall errichten lassen. Dahinter stehen Johannes, Taeke und Geertje Aalberts, drei Kinder der Familie Aalberts Krap, mit Landwirtschaftsunternehmen in Schlieffenberg. Rund 1,6 Millionen Euro hat die GbR investiert. Einen Fördermittelbescheid über 588 000 Euro brachte diese Woche Landwirtschaftsminister Till Backhaus persönlich vorbei.

Die neue Anlage bietet Platz für 585 Tiere. Herangezogen wird hier der Nachwuchs für die Milchproduktion in Schlieffenberg. Aalberts, die 1997 aus der niederländischen Provinz Groningen nach Mecklenburg gekommen waren, haben am Standort Schlieffenberg viel um- und ausgebaut. Jetzt habe mal „vernünftig neu gebaut“ werden müssen, meint Marius Aalberts. „Wir sind im vergangenen Jahr gewachsen und deshalb am Standort auch an unsere Grenzen gestoßen“, fügt Johannes Aalberts hinzu. 900 Milchkühe stehen aktuell in den Ställen, gut 100 mehr als zuvor. Da man die Aufzucht in eigenen Händen behalten wollte, musste ein neuer Standort gefunden werden. Das Unternehmen mit 1200 Hektar verfüge über reichlich Grünland von einer Qualität, die den Ansprüchen von Milchkühen nicht gerecht werde, für Jungrinder aber völlig in Ordnung sei, erklären Vater und Sohn Aalberts. Das müsse und wolle man nutzen.

120 Meter ist der neue Stall lang, 29 Meter breit. An beiden Seiten gibt es einen Auslauf. Die Tiere liegen auf Kuhmatratzen. „Die sind weicher als die eigentlich für Jungrinder vorgesehenen Matten“, erklärt Johannes Aalberts, unter den drei Geschwistern der einzige Landwirt. Er ist rundum zufrieden mit dem neuen Stall.

Anders beurteilen die Aalberts die Situation insgesamt. Der Milchpreis von derzeit 25 Cent je Kilogramm gehe gar nicht, betont Marius Aalberts. Als der Milchpreis vor fünf/sechs Jahren schon einmal so niedrig war, habe man mit einer Biogasanlage ein neues Standbein geschaffen. Derzeit lebe man von den Liquiditätsreserven, die man vorsorglich gebildet hatte, berichten die Landwirte. Lange würden diese nicht mehr reichen. Vom neuen Stall abgesehen sind jegliche Investitionen auf Eis gelegt. Nur für das Notwendigste werde Geld ausgegeben. Über die Zukunft wollen beide erst wieder sprechen, wenn der Milchpreis gestiegen ist. 

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