Güstrow : Neuer Polizeiseelsorger im Amt

Hanns-Peter Neumann wurde nun in sein Amt eingeführt.
Hanns-Peter Neumann wurde nun in sein Amt eingeführt.

Hanns-Peter Neumann löst Andreas Schorlemmer nach 17 Jahren im Amt ab. Der erfahrene Pfarrer und Seelsorger betritt bei der Arbeit mit den Beamten Neuland.

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10. September 2015, 15:16 Uhr

Schon seit 1. Februar im Dienst, wurde Hanns-Peter Neumann erst gestern in sein neues Amt als Polizei- und Notfallseelsorger des Landes Mecklenburg-Vorpommern in der Güstrower Pfarrkirche eingeführt. „Das ist so üblich und das habe ich mir auch so gewünscht“, sagt der studierte Geologe und Theologe und fügt hinzu: „Ich wollte erst einmal in den neuen Arbeitsbereich hineinkommen, erste Erfahrungen sammeln und Menschen kennenlernen, bevor ich in diesem feierlichen Rahmen eine Predigt halte.“

Ganz neu ist dem 58-Jährigen der Bereich der Notfallseelsorge indes nicht. Schon während seiner Zeit als Gemeindepfarrer der Stadt Stralsund etablierte er eine Gruppe für Notfallseelsorge in der Stadt. „Es ist eine schwierige und belastende, aber sehr wichtige Arbeit“, erklärt Hanns-Peter Neumann, der Betroffenen schon in der Vergangenheit bei Katastrophen, Unfällen und dem Tod geliebter Menschen zur Seite stand.

20 Jahre lang arbeitete er als Pfarrer in der Stralsunder Nikolai-Gemeinde, doch nun wurde es Zeit für einen Wechsel. „Ich war gerne Gemeindepfarrer und jetzt bin ich gerne Polizei- und Notfallseelsorger“, konstatiert Neumann. Die Polizeiseelsorge sei für ihn nun eine neue Herausforderung. „Es sind ganz andere Belastungen, mit denen die Beamten täglich konfrontiert sind. Hier gilt es binnen Sekunden Entscheidungen zu treffen und das kann sehr aufreibend sein“, erklärt der Polizeiseelsorger, der selbst mit auf Streife gegangen ist und auch beim Einsatz zum G7-Gipfel in Elmau dabei war, um sich einen Überblick über die Polizeiarbeit zu verschaffen.

Sein wichtigstes Ziel sei es im Moment eine Vertrauensbasis zu den Beamten herzustellen. In den Dienststellen erlebe er stets eine große Freundlichkeit und offene Türen. „Es gibt ein großes Bedürfnis nach jemandem, mit dem man reden kann, jemanden der von außen kommt“, stellt Neumann fest. Längst nicht jedes Problem lässt sich mit dem Vorgesetzten oder dem Kollegen besprechen, diese Aufgabe erfüllt dann Hanns-Peter Neumann. Geebnet wurde der Weg von Vorgänger Andreas Schorlemmer, der oft bereits in der Ausbildung der Polizeischüler Ethik-Seminare durchführte und sich selbst vorstellte. Da will nun auch Neumann anknüpfen: „Ich möchte die jungen Polizisten gleich abholen, ihnen die Unsicherheit nehmen und die Hand reichen.“ Dafür plant er auch eine Teilhabe an der Ausbildung der Polizisten an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Rechtspflege und Polizei in Güstrow. Themen wie Ethik, Autorität, Amtseid und der Umgang mit Extremsituationen stehen hier für ihn auf der Agenda. „Aufgedrängt hat sich für mich auch das Thema Suizid – der Umgang damit scheint mir ein sehr wichtiges und großes Thema“, so Neumann.

Besonders freue er sich aber auch auf die freudigen Ereignisse, die ihn in seiner neuen Tätigkeit erwarten. „Als Polizeipastor gehören auch Taufen und Trauungen zu meinen Aufgaben – so hat mein Vorgänger beispielsweise den Innenminister getraut. Darauf freue ich mich“, sagt er.

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