Klosterkirche Rühn : Neuer Glanz für historischen Altar

Engagieren sich für Rühn: Deike Möller (Referentin im Baudezernat der Nordkirche), Wulf Kawan (Vorsitzender der Stiftung Kirchliches Bauen in Mecklenburg), Heiko Brandner (Restaurator), Helga Müller (Pastorin), Sabine Preuß (Filialleiterin der Sparkasse Bützow) und Katrin Stüdemann (Vorsitzende der Ostdeutschen Sparkassenstiftung (v.l.)  Fotos: Viviane Offenwanger
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Engagieren sich für Rühn: Deike Möller (Referentin im Baudezernat der Nordkirche), Wulf Kawan (Vorsitzender der Stiftung Kirchliches Bauen in Mecklenburg), Heiko Brandner (Restaurator), Helga Müller (Pastorin), Sabine Preuß (Filialleiterin der Sparkasse Bützow) und Katrin Stüdemann (Vorsitzende der Ostdeutschen Sparkassenstiftung (v.l.) Fotos: Viviane Offenwanger

Feierliche Spendenübergabe für die Sanierung des Altars der Rühner Klosterkirche / Arbeiten sollen wenn möglich Ende April beginnen

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21. April 2015, 21:00 Uhr

Zur großen Freude des Klostervereins Rühn sind die benötigten 50 000 Euro für die Sanierung des wertvollen Altars endlich zusammengekommen. Unterstützt wird die Aktion vor allem durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung sowie die Stiftung Kirchliches Bauen in Mecklenburg. Aber auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und natürlich die Kirchengemeinde Baumgarten unterstützen dieses Vorhaben. Hauptsponsor der Maßnahmen ist die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, vertreten durch die Vorsitzende Katrin Stüdemann. Über genaue Zahlen wollte man jedoch nicht sprechen.


Komplexe und schwierige Aufgabe


Ende April bzw. Anfang Mai, wenn es noch etwas wärmer geworden ist, sollen die Arbeiten beginnen. Die Verantwortung dafür trägt Restaurator Heiko Brandner. Der Rostocker sieht vor allem in der Festigung der Malschichten eine komplexe wie schwierige Aufgabe. „Mein Ziel ist es vor allem, so wenig wie möglich in die vorhandene Substanz einzugreifen“, fasst der 50-Jährige zusammen. Das wertvolle Ausstattungsstück gilt als eines der Hauptwerke der Malerei am Güstrower Hofe und ist das bedeutendste Werk des niederländischen Hofmalers Cornelius Krommeny (geb. im 16. Jahrhundert, gestorben 1599).

Der Altar von 1587 trägt noch immer den Charakter flandrischer Kunst zur Zeit der Renaissance und zeigt im Mittelbild die Feier des heiligen Abendmahles. Auf den Seitenflügeln sind Herzog Ulrich I. (1527-1603) von Mecklenburg-Güstrow und seine Frau, die Herzogin Elisabeth von Dänemark und Norwegen (1524-1586), dargestellt. Der Flügel der Herzogin ist besser erhalten, „das mag aber daran liegen, dass er in der Geschichte des Altares einmal entwendet wurde. Nach der Rückgabe gab es dann schon eine kleine Restaurationsmaßnahme“, erklärt Heiko Brandner.

Die Gemälde stammen von Cornelius Krommeny und gelten als wertvolle und bemerkenswerte Kunstwerke, die sich mit anderen bedeutenden Kunstwerken dieser Zeit messen können. Für Mecklenburg sind die Bilder ein innovativer Höhepunkt der Renaissancemalerei. Vergleichbare Altaraufsätze ließen sich erst mehr als ein Jahrzehnt später in strukturell vergleichbaren Regionen Norddeutschlands finden.

Instand gesetzt sollen jetzt auch die Rahmenkonstruktion und die Skulpturen der Kreuzigungsgruppe werden, die im Jahr 2004 nicht ausgebessert wurden. Die Farbfassungen der Bilder und die Skulpturen werden gereinigt und gefestigt. Außerdem wird die Konstruktion des architektonischen Aufbaus verstärkt. Ein neuer Lichtschutz soll den Altar zudem künftig vor Sonneneinstrahlung schützen. „Denn das stetige Erhitzen und Abkühlen des Eichenholzes, aus dem der Altar besteht, tut der Substanz nicht gut“, erklärt der Restaurator.

Alle Instandsetzungsmaßnahmen werden direkt vor Ort ausgeführt, ohne das der Altar abgebaut wird und sollen bis Oktober abgeschlossen werden. Das heißt, interessierte Besucher haben die Chance, die Restauration – vorausgesetzt sie stören Heiko Brandner nicht bei der Arbeit– vor Ort zu verfolgen.

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