zur Navigation springen

Schloss Güstrow : Neuer Glanz für alte Gemälde

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Drei Gemälde im Güstrower Schloss restauriert / Neues Projekt: Untersuchung des Luther-Bildes

Drei fast 350 Jahre alte Gemälde konnten jetzt dank des Leuchtturm-Projektes der Ospa-Stiftung restauriert und wieder in den Ausstellungsbestand von Schloss Güstrow eingefügt werden. Gestern erfolgte dazu die feierliche Übergabe der Porträts, die Herzogin Magdalena Sybilla, ihren Sohn Erbprinz Karl und dessen Frau Maria Amalia von Brandenburg zeigen.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr erfolgte im Schloss die Übergabe von zwölf Audioguides, deren Finanzierung ebenfalls das Leuchtturm-Projekt ermöglicht hatte. Schlossherrin Regina Erbentraut versicherte gestern, dass die in deutsch und englisch programmierten Schlossführungen durch die Besucher rege genutzt würden. Zur Übergabe damals hatte die Ospa versprochen, Gemälde, die für das Schloss von großer kulturgeschichtlicher Bedeutung sind, restaurieren zu lassen. Dieses Versprechen wurde nun eingelöst. „Wir haben insgesamt zehn Leuchtturm-Projekte aus den Bereichen Kunst und Kultur ermittelt. Darunter sind beispielsweise die Rostocker Kunsthalle oder die Hochschule für Musik und Theater, aber mit dem Schloss auch ein Kleinod in Güstrow“, erläuterte Katrin Stüdemann von der Ospa-Stiftung.

Wichtig sind die Gemälde für Güstrow deshalb, weil mit dem frühen Tod von Erbprinz Karl die Hoffnung auf den Weiterbestand der Güstrower Herzogslinie erlosch. Restauratorin Katrin Lau berichtete von erheblichen Schäden, die die Gemälde aufwiesen. „Während es bei den Damen noch einigermaßen erträglich war, hatte es den Erbprinzen ganz schön erwischt“, berichtete die Restauratorin. Ein breiter Riss in der Leinwand, der auch bei einer früheren Restaurierung nicht hatte beseitigt werden können, bereiteten ihr dabei die größten Sorgen. Das Porträt von Karl stammt von dem hugenottischen Maler Gedeon Romandon, der den Erbprinzen vermutlich 1687 im Jahr seiner Hochzeit mit Maria Amalia malte. Nur sieben Monate später verstarb Karl an den Blattern.


Schwierige und teure Restaurierung


Bei der Übergabe der Bilder gab Katrin Stüdemann wieder ein Versprechen ab. Die Ospa-Stiftung werde eine wissenschaftliche Untersuchung finanzieren, wie das im Schloss befindliche monumentale Ganzfigurenbild von Lucas Cranach dem Jüngeren, das den Reformator Martin Luther zeigt, restauriert werden könne. „Die Untersuchungen sind zwingend notwendig, denn die Restaurierung des Bildes dürfte eine komplizierte, heikle und sicher auch finanziell aufwändige Sache werden“, vermutete Dr. Dirk Blübaum.

Der Direktor des Staatlichen Museums Schwerin, zu dem auch das Schloss Güstrow gehört, machte den Güstrowern zudem Hoffnung, dass es nun doch etwas mit der Sanierung des Schlosses werden könnte. Im Moment sei man in intensiven Gesprächen mit dem für die Ausführung zuständigen landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL). „Wir machen uns aber auch Gedanken, wie wir die voraussichtlich bis 2020 dauernde Sanierung bestmöglich für unsere Besucher überstehen“, sagte Dirk Blübaum.  



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen