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Fahrgastschifffahrt Krakow am See : Neuer Betreiber, neues Schiff

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Krakow am See will Fahrgastschifffahrt ab nächstem Jahr in andere Hände legen / Auflösung des aktuellen Vertrages

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Eine Urlaubssaison am Krakower See ohne Fahrgastschifffahrt – das soll sich nicht wiederholen. Doch die alten Kähne „Frauenlob“ und „Fritz Reuter“ rotten am Ufer weiter vor sich hin, von Reparaturen keine Spur. Die 1930 gebaute „Frauenlob“ ist durchgerostet, die „Fritz Reuter“ blieb mit ihrer veralteten Technik immer wieder liegen. „Kein Wunder, dass die Fahrgäste ausblieben“, sagt ein Insider. Kaufmännische Gründe, so hieß es schließlich, hätten zur Einstellung des Betriebs geführt. Obwohl von einem endgültigen Ende nichts gesagt wurde, sollte das schlicht heißen: Es lohnt sich nicht. Die Stadtvertreter haben jetzt die Reißleine gezogen und beschlossen, den Vertrag mit dem aktuellen Betreiber aufzulösen.

Vorausgegangen waren Gespräche mit der Fahrgastgesellschaft, die offenbar unbefriedigend für die Stadt verliefen. Gemeinsam mit der auf der Müritz aktiven Weißen Flotte hatte Geschäftsführer Jason van Baal das Ruder noch herumreißen wollen, um das seit 2002 laufende Nutzungsrecht für die Schifffahrt auf den Seen zu verlängern. Vergeblich, die Mehrzahl (SPD, Die Linke, EB) stimmte für die Beendigung der Liaison. Während sich seine CDU-Fraktionskollegen der Stimme enthielten, stimmte allein Wolfgang Fentzahn gegen die Tischvorlage.

Der CDU stank – ebenso wie Christoph Küsters (Die Linke) – die Verfahrensweise, mit der die Stadt verhandelt habe. So hätte er bei dem Bietergespräch keine Kenntnis gehabt, dass der Bürgermeister in der Hinterhand mit einer Alternative aufwartete, begründete Nils Ruhnau sein Abstimmverhalten. Küsters „befremdete“ es ebenfalls, dass er als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses darüber keine Kenntnis gehabt habe, er sehe dennoch „klare Gründe für die Auflösung des Vertrages mit der Fahrgastgesellschaft“ und wolle in die Zukunft schauen.

Die Zukunft will die Stadt nun in die Hände eines neuen Anbieters legen. Die Erlebnisschifffahrt Zopf, die Rundfahrten u.a. auf dem Schermützelsee in Buckow (Märkische Schweiz) ausrichtet, will ab dem kommenden Jahr Urlaubern die Naturschönheit Krakower See zeigen. Mit einem neuen Schiff. Weil das mit erheblichen Investitionen verbunden ist, pocht der Betreiber auf ein langfristiges, alleiniges Nießbrauchrecht für den Fahrgastbetrieb auf dem Krakower See. „Er will Sicherheiten haben“, sagt Bürgermeister Wolfgang Geistert. Also beschloss die Stadtvertretung, mit dem neuen Anbieter einen bis ins Jahr 2025 reichenden Vertrag abzuschließen. Eine in der Runde angeregte Zusammenarbeit zwischen Zopf und van Baal halte er „für außerordentlich sinnvoll“, stimmte Geistert zu. Gleichwohl mochte der Bürgermeister eine Tendenz dafür derzeit aber nicht absehbar ausmachen.

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