20. Jahrhundert im Güstrower Stadtmuseum : Neuer Ausstellungsbereich ab Herbst

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Die Erweiterung der Ausstellung im Güstrower Stadtmuseum, die bisher im 19. Jahrhundert endet, ist auf der Zielgeraden. Klappt alles, sollte im Herbst die Präsentation des 20. Jahrhunderts in Güstrow eröffnet werden.

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29. Januar 2013, 10:10 Uhr

Güstrow | Für 13 Ausstellungstafeln und fünf Mediastationen sind die Themen ausgewählt, die Texte geschrieben und die Fotos zusammengestellt. Die Erweiterung der Ausstellung im Güstrower Stadtmuseum, die bisher im 19. Jahrhundert endet, ist auf der Zielgeraden. Klappt alles, sollte im Herbst die Präsentation des 20. Jahrhunderts in Güstrow eröffnet werden.

Der 2. Oktober wäre ein geeignetes Datum. "Am 2. Oktober 2003 wurde das Stadtmuseum in seinen neuen Räumen eröffnet", erklärt Museumsmitarbeiterin Iris Brüdgam. Aber festlegen könne man sich noch nicht. Wie in jedem Jahr sei abzuwarten, wann die Fördergelder vom Land - nun die dritte Tranche - zur Verfügung stehen. Erst dann könnten die Aufträge für die Produktion der Ausstellungstafeln und der digitalen Großbilder sowie für die Erweiterung des Ausstellungsführers des Museums ausgelöst werden. Sind dann auch die 15 Vitrinen gefüllt und die Mediastationen aufgestellt, stünde einer Eröffnung nichts mehr im Wege.

Fünf Zeitabschnitte in 13 Themenbereichen beleuchtet

Bei der Arbeit am 20. Jahrhundert habe sich wie erwartet die Auswahl als äußerst schwierig erwiesen. Bei der Darstellung eines Zeitabschnittes von mehr als hundert Jahren in einem 64 Quadratmeter großen Raum sei in erster Linie die Kunst der Beschränkung auf Wesentliches gefragt gewesen, betont Brüdgam. Auch wolle man dem Besucher keine ellenlangen Texte zumuten, sondern in wenigen Worten viel sagen.

In fünf Abschnitte ist das 20. Jahrhundert unterteilt: Zeit des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin (1871-1918), Weimarer Republik (1919-1933), NS-Diktatur (1933-1945), die Sowjetische Besatzungszone (1945-1949), DDR (1949-1990). Eine weitere Aufgliederung beleuchtet 13 Themen. Brüdgam nennt als Streiflichter u.a. Güstrow als Garnisonsstadt und die wirtschaftliche Entwicklung um die Wende zum 20. Jahrhundert. Näheres sei z.B. zur chemischen Fabrik von Dr. Ernst Heilmann und über die Brüder Isidor und Max Samuel, die in Güstrow mit einem Schuhgeschäft begannen und damit den Grundstein für die Emsa-Schuhkrem-Werke legten, zu erfahren. Beleuchtet werde auch das Kriegsgefangenenlager in Bockhorst. "Dort lebten bis zu 25 000 Kriegsgefangene. Güstrow hatte zu der Zeit etwa 19 000 Einwohner", berichtet die Museumsmitarbeiterin. Eine Rolle spielen auch der Kapp-Putsch, die kampflose Übergabe der Stadt 1945, die Bodenreform, ein Schauprozess gegen Schüler der John-Brinckman-Schule 1950, der Bau der Südstadt und die friedliche Revolution 1989/90. Bilder auf den 13 Tafeln würden u.a. auch Gebäude zeigen, die in den jeweiligen Zeitabschnitten entstanden.

Hunderte Fotos lassen Vergangenheit lebendig werden

Als aufwendigste Arbeit habe sich die Auswahl von 600 bis 700 Fotos, ihre Bearbeitung und genaue Benennung für die fünf Mediastationen erwiesen, betont Brüdgam. Diese Technik ermögliche es die Straffung, die aufgrund des begrenzten Platzangebotes notwendig ist, zu überwinden und den einzelnen Zeitabschnitten durch Fotos aus vielen verschiedenen Bereichen Leben einzuhauchen. "Dank eines ausgezeichneten Fotoarchivs können wir alle Lebensbereiche abdecken", schätzt Brüdgam ein. Selbstverständlich sei auch das Foto-Angebot an den Stationen wiederum gegliedert. Die Bildschirme, die auf Berührung reagieren, werden in die Wände eingelassen. Zu den Fotos kommen auch einige Filmsequenzen.

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