Barlachstiftung Güstrow : Neuentdeckungen erstmals öffentlich gezeigt

„Vom Glück des Sammelns“, heißt die neue Ausstellung am Heidberg, die Dr. Volker Probst, Inge Tessenow (M.) sowie Franziska Hell von der Barlach-Stiftung konzipiert haben.
„Vom Glück des Sammelns“, heißt die neue Ausstellung am Heidberg, die Dr. Volker Probst, Inge Tessenow (M.) sowie Franziska Hell von der Barlach-Stiftung konzipiert haben.

Fast 100 Ankäufe der vergangenen 14 Jahre im Mittelpunkt der neuen Ausstellung der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow

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02. Juli 2018, 12:00 Uhr

Als Dr. Volker Probst 2011 einen Brief eines deutschen Pastors aus Finnland bekommt, trauter er seinen Augen kaum. „Wolfgang Schmidt teilte mir darin mit, dass er in Besitz des Gipsporträts des Schauspielers Paul Wegener – ein bis dato als verschollen geltenden Barlach-Werk – sei“, sagt der Geschäftsführer der Ernst-Barlach-Stiftung. Kurz nach dem Krieg habe Schmidt es von Marga Böhmer geschenkt bekommen, die das von den Russen geraubte Modell zuvor im Straßengraben gefunden hatte.

„Unglaublich, dass das Werk nach 70 Jahren plötzlich wieder auftauchte“, sagt Probst. Dass der Besitzer das Gipsmodell mit einer Schenkung der Barlach-Stiftung überließ, ist für den Geschäftsführer somit ein Glücksgriff im doppelten Sinne. „Der Besitzer war Mecklenburg-Vorpommern und der Region Bützow sehr verbunden und das Gipsporträt deshalb für die Nachwelt erhalten“, sagt Probst. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Neuerwerbungen der Stiftung zwischen den Jahren 2005 und 2018 wird das Bildnis Paul Wegeners nun in der neuen Ausstellung „Vom Glück des Sammelns“ im Atelierhaus am Inselsee gezeigt.

Elf Plastiken, zwölf Zeichnungen, zwei Skizzenbücher und mehr als 20 Druckgrafiken sind nur ein Beispiel dessen, was die drei Kuratoren Volker Probst, Inge Tessenow und Franziska Hell dafür zusammen getragen. Den größten Teil der nahezu 100 Neuerwerbungen aus den vergangenen 14 Jahren machen jedoch handschriftliche Briefe und Autographen des Bildhauers, Grafiker und Schriftstellers aus, von denen allein weit mehr als 50 in der neuen Ausstellung gezeigt werden. Unter den Erwerbungen sind aber auch zahlreiche bisher unbekannte Werke Barlachs, so die Fassung des Kopfes zum „Lehrenden Christus“ aus dem Jahr 1932. „Gerade die bislang unbekannten Werke eröffnen in ihrer Gesamtheit neue Einsichten in die Werkgenese und in Beziehungen Barlachs zu anderen, oft unbekannten Persönlichkeiten“, hebt Volker Probst hervor.

Die Ausstellung ist bis zum 30. September im Ernst-Barlach-Atelierhaus im Heidberg geöffnet. Am 4. Juli um 14.30 Uhr bietet Volker Probst eine öffentliche Kuratorenführung an.

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