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Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 09:03 Uhr

Neue Zeiten für die HIV-Beratung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Centrum für sexuelle Gesundheit zieht um und erweitert Angebot

von
erstellt am 10.Jan.2015 | 14:41 Uhr

Das Centrum für sexuelle Gesundheit in Rostock (CSG) hat neue Beratungszeiten. Die Zeiten am Vormittag entfallen, dafür werden sie in den frühen Abend verschoben. Die persönliche Beratung ist nun montags von 14 bis 18 Uhr, dienstags von 14 bis 17 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr in den neuen Räumlichkeiten. Statt in der Goethestraße sind die Räume seit Ende Oktober in der Wokrenterstraße 28 zu finden. „Damit haben wir uns durchaus verbessert. Wir sind jetzt im Erdgeschoss und leichter zu finden“, erklärt Tom Scheel. Der Sexualpädagoge ist seit 13 Jahren für die Aidshilfe für die Hansestadt und den Landkreis Rostock tätig.

Der Verein hat fünf Aufgabenbereiche: „Bei uns kann man Beratung zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, auch STI bezeichnet, finden. Wir begleiten Betroffene und Angehörige und unterstützen sie in ihrer Situation. Desweiteren leisten wir Präventionsarbeit. Dafür sind wir bei Veranstaltungen mit Info-Ständen anwesend oder gehen in Schulen, wo wir sexualpädagogische Aufklärungsarbeit übernehmen“, erläutert Scheel. Neben der Aufklärung vor Krankheiten biete der Verein ebenso Sexualerziehung und -beratung an. „Dort geht es um Themen wie Pubertät, sexuelle Vielfalt wie Homo- oder auch Transsexualität, Sexualität allgemein und Verhütung.

„Eine spezielle Zielgruppe sind bei uns schwule Männer, da sie auch in Mecklenburg-Vorpommern die Hauptbetroffenengruppe sind. Daher betreiben wir in dem Bereich eine gezielte Prävention“, erklärt Scheel weiter.

Und in den Räumen in der Wokrenterstraße besteht die Möglichkeit, HIV-Schnelltests zu machen. Vor einem solchen Test, der 15 Euro kostet, gibt es grundsätzlich ein kostenloses Beratungsgespräch. „Viele haben gar keine Ahnung und hatten gar kein Risiko, sich infiziert zu haben. Oft kommen auch Menschen mit einem schlechten Gewissen, weil sie zum Beispiel fremdgegangen sind oder bei einer Prostituierten waren“, erzählt der Sexualpädagoge.


Über100 Schnelltests im Jahr


Wenn kein HIV-Test notwendig sei, werde davon abgeraten. „Wir möchten niemandem das Geld aus der Tasche ziehen.“ Der Schnelltest anschließend funktioniert einfach: Der Finger wird angepiekt, und mit einer Pipette ein Tropfen Blut aufgenommen und auf den Teststreifen getan. Dieser hat drei Stufen: „C ist der Kontrollstreifen. Wenn dort nichts reagiert, dann hat der Test nicht funktioniert. Wenn bei T1 und T2 eine Reaktion erfolgt, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit HIV im Blut“, erklärt Scheel. In diesem Fall müssen die Betroffenen einen Arzt oder das Gesundheitsamt aufsuchen, um einen Bestätigungstest zu machen. Im vergangenen Jahr wurden im CSG 108 dieser Schnelltests durchgeführt. „Das ist von der Zahl her ganz gut. Es sind jedes Jahr um die 100“, sagt Tom Scheel.

Finanziert werde der Verein zum Großteil vom Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales. Von dort komme die Hälfte des Etats. An der Finanzierung beteiligen sich auch die Hansestadt sowie der Landkreis Rostock. „Der Rest wird mit Eigenmitteln abgedeckt“, sagt Scheel. Da die Spendenbereitschaft zurückgehe, versuche man selbst mehr Geld einzunehmen. Der Infoladen sei ein Versuch in der Richtung. Dieser werde momentan aufgebaut. Kaufen könne man dann unter anderem Aufklärungsmaterialien.

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