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Pflegeskandal Güstrow : Neue Wohnform in der Plauer Straße

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die ehemalige Betreiberin des Elisa-Pflegedienstes ist offenbar wieder aktiv – die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stehen kurz vor dem Abschluss.

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erstellt am 16.Sep.2017 | 05:24 Uhr

Offenbar hat die in den im Jahr 2016 aufgedeckten Pflegeskandal verwickelte ehemalige Betreiberin des Elisa-Pflegedienstes ihre Tätigkeit in Güstrow wieder aufgenommen. Nach SVZ-Informationen soll die Unternehmerin am alten Standort in der Plauer Straße unter neuem Namen wieder aktiv sein.

Das bestätigte Michael Fengler, Sprecher des Landkreises Rostock, auf SVZ-Nachfrage. Der Landkreis habe die Einrichtung in der Plauer Straße bereits überprüft. Die ehemalige Betreiberin des Elisa-Pflegedienstes trete hier allerdings nur als „Vermieterin“ auf. „Es sind dort drei Personen mit und ohne Pflegegrad untergebracht“, so Michael Fengler. Ebenfalls habe der Landkreis in der Plauer Straße eine Privatperson angetroffen, die dort eine Pflegeleistung erbringe. Die Prüfung durch den Landkreis habe jedoch ergeben, dass diese Einrichtung nicht unter das Heimgesetz falle und somit der Landkreis nicht zuständig sei. „Es handelt sich um eine Wohnform, die nicht von unserer Heimaufsicht kontrolliert werden muss“, sagt Michael Fengler.

Auch in Plau am See soll die Unternehmerin wieder tätig sein. „Darüber haben wir den zuständigen Landkreis Ludwigslust-Parchim informiert“, sagt Fengler. Ob die Frau auch wie damals wieder in Krakow am See aktiv ist, darüber habe der Landkreis bislang keine Erkenntnisse. Der Landkreis hatte im April 2016 den Betrieb von drei Pflegeeinrichtungen des Elisa-Pflegedienstes in Güstrow und Krakow am See untersagt und die Einrichtungen schließen lassen (SVZ berichtete). Für insgesamt 30 Bewohner habe eine „erhebliche Gefahr“ bestanden, hieß es damals. Die Unterbringung der Bewohner sei „würdelos“ gewesen.

So habe in Güstrow qualifiziertes Pflegefachpersonal gefehlt und die Räumlichkeiten seien für die Pflege und Betreuung der drei dort lebenden Menschen nicht geeignet gewesen. Zudem seien Medikamente nicht fachgerecht gelagert worden. In Krakow am See registrierte die Heimaufsicht „gravierende hygienische, pflegefachliche und bauliche Mängel“. Bewohner seien zum Teil in Durchgangszimmern untergebracht gewesen. Zwei Personen mussten damals aufgrund ihres schlechten Zustands bereits während der Kontrollen in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Außerdem sei festgestellt worden, dass die Bewohner nachts eingeschlossen und unbewacht blieben.

Erst kürzlich hatte der Landkreis in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren vor dem Amtsgericht Güstrow gegen die ehemalige Betreiberin des Elisa-Pflegedienstes Recht bekommen. Die Frau wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Unterdessen laufen noch immer Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft Rostock, die laut Sprecher Harald Nowack aber kurz vor dem Abschluss stehen. Es liegen Strafanzeigen von Angehörigen pflegebedürftiger Personen gegen die Unternehmerin vor. Ihr wird laut Staatsanwaltschaft unter anderem Körperverletzung, Freiheitsberaubung sowie Sozialbetrug vorgeworfen.

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