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Güstrower Anzeiger

13. Dezember 2017 | 16:19 Uhr

Güstrow : Neue Tribüne für Speedwaystadion

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Am Wochenende begann Abriss der alten Tribüne – moderner Zielrichterturm entsteht ebenfalls.

Frank Albrecht saß am Freitagabend im Güstrower Speedwaystadion in einem Mini-Bagger, der mit einem Presslufthammer aufgerüstet war. Der fraß sich nach und nach in die Rückwand der Tribüne, brach den Beton heraus. Marco Stief, Micha Fuchs, Andreas Wacker und Andreas Woynowski waren indes auf dem Tribünendach und entfernen die Blechteile. Das waren Vorbereitungen für den Sonnabend, an dem Mitglieder des MC Güstrow in ihrem Stadion mit schwerer Technik mit dem Abriss der Tribüne weiter machten. Für den MC war das der Beginn für ein wichtiges, allerdings auch unerlässliches Projekt: den Bau einer neuen Tribüne und eines neuen Start- und Zielrichterturms.

Thomas Koch, 2. MC-Vorsitzender erklärt dazu: „Mit dem Vorhaben erfüllen wir internationale Standards. In den vergangenen Jahren wurden wir nach den Rennen von der FIM, dem internationalen Motorsportverband, immer wieder darauf hingewiesen, dass wir nachbessern müssen, um weiterhin in den internationalen Rennkalender aufgenommen zu werden. Diese Forderung erfüllen wir nun.“


Fertigstellung zum Pfingstrennen 2017


Das Projekt hat einen finanziellen Umfang von 800 000 Euro. 226 000 Euro steuert der MC als Eigenleistung bei. Das umfasst den Abriss der Tribüne und des Kampfrichterturms. Das weitere Geld sind Fördermittel. Das Land beteiligt sich und von der Stadt Güstrow kommen 125 000 Euro. „Ein wichtiger Partner für uns ist außerdem der ADAC“, betont Thomas Koch. Nach dem Abriss wird das Vorhaben europaweit ausgeschrieben. Im September soll Baubeginn sein. Spätestens zum Pfingstrennen 2017 soll alles fertig sein. „Wir werden dann eine Tribüne haben, die 75 Meter breit und viel höher als die jetzige ist und 1500 Zuschauern Platz bietet. Im Winter wird sie uns auch als Lagerhalle für unsere Airfence, unser Banden-Airbag, dienen“, erläutert der 2. Vorsitzende weiter. In die Tribüne, die ein Leinentuch als Dach hat, sind behindertengerechte sanitäre Anlagen sowie Verkaufs- und Konferenzräume integriert. Außerdem gibt es Standflächen für Rollstuhlfahrer.

Viel diskutiert wurde über die Fluchtwege und den Brandschutz. Neben der der Klärung der Gesamtfinanzierung war dies ein Grund, warum der Baubeginn ein halbes Jahr verspätet erfolgt. „Wir haben aber alles hinbekommen“, freut sich Koch. Er gewinnt der Verspätung inzwischen sogar etwas Positives ab. „Wir hatten dadurch zum Oster-, Pfingst- und EM-Rennen keine Baustelle. Den Turm reißen wir nach dem Team-Cup-Rennen am 9. September ab“, so Koch.

Der neue Start- und Zielrichterturm wird modernsten Ansprüchen genügen, mit Wechselsprechanlage zum Fahrerlager, DSL und Online-Funktionen, die international gefordert werden. „Wir haben auch die FIM einbezogen. Armando Castagna, der beim EM-Lauf in Güstrow weilte, befand als Vorsitzender der Bahnsportkommission das Konzept für gut“, informiert Koch weiter.

Es lag aber auch etwas Wehmut über dem Stadion. „Ich muss daran denken, dass wir da etwas abreißen, was unsere Vorgänger um Fritz Suhrbier vor mehr als fünf Jahrzehnten unter vielen Mühen und Engagement errichtet haben. Das war damals eine große Leistung.“


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