zur Navigation springen

Sattlermeister Jörg Graumann : Neue Sattlerei zum Jahreswechsel

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Mit neuem Jahr kehrt wieder Leben in einen Teil der ehemaligen Güstrower Polstermöbelwerke.

von
erstellt am 03.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Es ist wohl die Überraschung des noch jungen Jahres: In einen Teil der ehemaligen Güstrower Polstermöbelwerke in der Speicherstraße ist wieder Leben eingezogen. Sattlermeister Jörg Graumann hat sich hier einen Traum erfüllt und seine Werkstatt um ein Vielfaches vergrößert. „Am Brunnenplatz wurde es einfach viel zu eng – für das Lager, die Werkstücke und auch für die Mitarbeiter“, erklärt Jörg Graumann seinen vor rund sechs Jahren gefassten Plan.

Zunächst habe immer das Geld gefehlt und als das schließlich beisammen war, fehlte die geeignete Immobilie. „Ich wollte nicht in irgendein Gewerbegebiet. In Zentrumsnähe zu bleiben war mir wichtig“, erklärt der 53-Jährige. Das Gelände am Wendehammer in der Speicherstraße sei ideal. „Bis dahin war es aber ein langer und steiniger Weg“, berichtet Ehefrau Katrin Graumann. Über einen Bekannten hatten die Graumanns von der Insolvenz des Vorbesitzers, ein Metallbauer, erfahren. „Der wollte verkaufen und wir sind uns ziemlich schnell einig geworden“, sagt der Sattlermeister. Um jedoch die geforderten Abstände einzuhalten und eine Anbindung an die öffentliche Straße zu ermöglichen, wollten die Graumanns das Nachbargrundstück erwerben. Das rief die Treuhand auf den Plan. „Ein dreiviertel Jahr hat es gedauert, bis es überhaupt eine Ortsbegehung gab und dann wollte man, dass wir das gesamte Flurstück – rund 4000 Quadratmeter inklusive Düngersilos – kaufen“, erinnert sich Jörg Graumann und seine Frau ergänzt: „Da war die Idee erst einmal wieder vom Tisch.“

Im Mai 2013 reifte die Idee der Erweiterung weiter, als die Familie ein Grundstück im Parumer Weg entdeckte. „Als es schließlich ernst wurde, erhöhte die Stadt den Preis so stark, dass sich das für uns nicht mehr rechnete. Wieder war ein Jahr Planung futsch“, beschreibt Katrin Graumann. Inzwischen stand auch das jetzige Grundstück in der Speicherstraße wieder zum Verkauf – ganz so, wie es die Graumanns wollten. „Da haben wir zugeschlagen“, sagt Katrin Graumann mit einem Lächeln auf den Lippen. Das war im August 2014.

Seither packt die gesamte Familie mit an, denn der Zustand sowohl des Grundstücks als auch der Halle waren katastrophal. „Der Außenbereich war ein einziger Urwald und von dem Gebäude sind einzig die Außenwände und der Dachstuhl stehen geblieben“, beschreibt Jörg Graumann. Auf Bildern hat die Familie jeden Schritt dokumentiert: sie zeugen von zerschlagenen Fenstern, angekokelten Dachbalken und Asbest. „Ohne die Unterstützung unserer Familie hätten wir das nicht geschafft. Besonders unser Sohn Stefan war eine große Hilfe. Als Baugeräteführer sorgte er dafür, dass wir viel selbst machen konnten“, loben die Graumanns.

Seit gestern ist die Sattlerei Graumann nun offiziell umgezogen. „Zwischen den Jahren haben wir alles eingeräumt – nun fehlen noch Restarbeiten, an Elektrik und Böden. Es kann losgehen“, sagt Jörg Graumann stolz. Die Auftragsbücher sind jedenfalls schon bis in den Februar hinein gut gefüllt. Der 2. Januar ist übrigens ein besonderes Datum für den Sattler: „Ebenfalls am 2. Januar haben wir 1998 am Brunnenplatz eröffnet.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen