Asylbewerber : Neue Quote, aber kaum Entlastung

Landkreis rechnet nicht mit wesentlich weniger Flüchtlingen im kommenden Jahr / Unterstützung für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit

von
30. Juli 2015, 06:00 Uhr

Aufgrund der vom Land geänderten Aufnahmequoten für Asylbewerber (SVZ berichtete gestern), muss der Landkreis Rostock ab nächstem Jahr prozentual weniger Flüchtlinge aufnehmen und unterbringen. Demnach sinkt die Quote für die Flüchtlingsaufnahme im Landkreis von jetzt 16,57 Prozent auf 13,44 Prozent in 2016. Doch Wolfgang Kraatz, stellvertretender Landrat, bremst auf Nachfrage unserer Zeitung gleich falsche Erwartungen. „Es sind zwar weniger Prozent, aber die absoluten Zahlen steigen“, sagt er.

Dadurch, dass die Quote abgesenkt worden sei, werde sich an dem Flüchtlingszuzug nicht wesentlich viel ändern. Kraatz verweist auf die allgemein steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland. „Wir rechnen in diesem Jahr monatlich mit einer Zuweisung von ca. 100 Personen. Und wer will jetzt schon sagen, was nächstes Jahr passiert“, sagt er.

Dennoch bewertet der stellvertretende Landrat die Schweriner Entscheidung aus Gründen der Gerechtigkeit und der gleichmäßigen Verteilung der Flüchtlinge auf die Kommunen in MV als positiv. Das Land hatte Dienstag die bisherigen Privilegien einiger Kreise und kreisfreien Städte bei der Flüchtlingsaufnahme gestrichen und die Aufnahmequoten neu geregelt. So müssen die Kreise Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim sowie die Städte Rostock und Schwerin künftig teilweise wesentlich mehr Flüchtlinge aufnehmen, für den Landkreis Rostock wurde die Quote hingegen abgesenkt.


Zuschüsse für Ehrenamtliche


1441 Asylbewerber und Flüchtlinge sind derzeit im Landkreis Rostock untergebracht, informierte Sozialamtsleiterin Monika Mätsch auf Anfrage auf der Sitzung des Ausschusses für Familie, Soziales und Gesundheit. Künftig müsse man mit noch kurzfristigeren Zuweisungen innerhalb von nur drei oder vier Tagen rechnen. Dies habe das Land gegenüber dem Landkreis angekündigt, so Mätsch. Mehr als 300 Wohnungen habe der Landkreis inzwischen angemietet, um die Flüchtlinge und Asylbewerber dezentral unterbringen zu können. Außerdem sei man auf der Suche nach weiteren Unterkünften.

Weiterhin kündigte die Sozialamtsleitern auf der Ausschusssitzung an, dass in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule im September zwei weitere Deutschkurse für Flüchtlinge beginnen sollen. Mit der Bereitstellung weiterer Mittel durch Bund und Land sehe sich der Landkreis in der Lage, ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit finanziell zu unterstützen. 50 000 Euro stünden in diesem Jahr für Vereine, Verbände und Netzwerke, die sich um Asylbewerber und Flüchtlinge in Güstrow, Bützow, Gelbensande usw. kümmern, zur Verfügung. „Die Helfer investieren Zeit und Kraft“, betont Mätsch. Da wolle der Landkreis gern eine finanzielle Unterstützung leisten. Anträge sind an das Sozialamt des Landkreises zu richten. Im nächsten Jahr seien für so eine Unterstützung 100 000 Euro eingeplant.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen