Ausbau der B108 : Neue Hoffnung für Radweg an B 108

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Laage will Radweg an der Bundesstraße bauen / Bodenordnungsverfahren Breesen, Jahmen, Schweez und Subzin könnte Weg dahin ebnen

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01. März 2014, 06:00 Uhr

Tatkräftig präsentierte sich Minister (Energie, Infrastruktur, Landesentwicklung) Christian Pegel vergangene Woche beim Baustart an der B 108 zwischen Laage und Neu Heinde. Er schraubte die erste Leitplanke ab und erntete für diesen handfesten Einsatz dennoch Kritik. Die Bundesstraße wird ohne begleitenden Radweg gebaut. Die Enttäuschung ist groß (SVZ berichtete). Nun aber gibt es doch wieder Hoffnung. Zum Jahresende könnte ein neues Bodenordnungsverfahren (BOV) eröffnet werden, war gestern beim Pressegespräch des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Natur (Stalu) in Rostock zu hören: Breesen, Jahmen, Schweez und Subzin. Nicht das Straßenbauamt, dafür aber die Stadt Laage könnte aktiv werden. „Unser oberstes Ziel in diesem Verfahren ist ein Radweg an der Bundesstraße“, betont Laages Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst.

Im Zuge des Bodenordnungsverfahrens müsste es zumindest gelingen, über einen Tausch von Flächen die Grundstücke an der Straße in das Eigentum der Stadt zu bekommen, sagt Lochner-Borst. Ob dann über das Verfahren auch eine Förderung möglich sein wird, sei abzuwarten. „Wir würden den Radweg – dann natürlich nur bis Jahmen – so bauen, wie er vom Straßenbauamt schon geplant war“, berichtet Laages Bürgermeisterin und erwähnt weiter, dass der Leiter des Straßenbauamtes Güstrow am Rande der Baustarts an der B 108 in der vergangenen Woche Unterstützung signalisiert habe.

Darüber hinaus ändern sich mit einem Bodenordnungsverfahren auch die Bedingungen für den Bau einer neuen Straßenbeleuchtung in Jahmen. Das Vorhaben ist im Stadt-Haushalt eingeplant, liege jetzt aber auf Eis. „Wir werden natürlich nicht ausschließlich mit eigenen Mitteln bauen, wenn eine Förderung über das BOV möglich ist. Das sollten wir abwarten. Gespräche dazu laufen bereits“, betont Lochner-Borst. Nach heftigen Diskussionen über eine Erneuerung der Straßenbeleuchtung in Jahmen insbesondere im Zusammenhang mit der Kostenbeteiligung durch die Anwohner (SVZ berichtete) und einer zunächst schlichten Reparatur bestehe keine Notwendigkeit sofort zu handeln. „Gerade funktioniert die Beleuchtung“, sagt Laages Bürgermeisterin.


Bei BOV-Projekten künftig Anwohner mehr beteiligen


In der Förderperiode 2014 bis 2020 spült die EU voraussichtlich 24 Millionen Euro nach MV, informierte gestern Romuald Bittel vom Stalu. Die Summe würde für 30 Bodenordnungsverfahren ausreichen. Allein im Stalu Mittleres Mecklenburg würden derzeit 30 Anträge vorliegen. Diese werden jetzt nach konkreten Kriterien bewertet. Bereits ausgewählt wurden neben Breesen, Jahmen, Schweez und Subzin (Stadt Laage) auch ein BOV Kassow, Werle, Vorbeck sowie Drüssewitz, Reddershof in der Gemeinde Selpin. Bittl verweist auf Sondierungsgespräche mit Bürgermeistern, Amtsverwaltungen, landwirtschaftlichen Betrieben usw., um die Verfahrensgebiete detailliert abrunden zu können, Wünsche und Notwendigkeiten zu erfragen. Auch 2015 werde man neue Verfahren eröffnen. Bittl machte gestern aber auch darauf aufmerksam, dass das Stalu künftig verstärkt mit Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern über eine finanzielle Beteiligung diskutieren werde. Bisher zahlen Anwohner beispielsweise beim ländlichen Wegebau nicht mit. Allein die Kommunen tragen einen Anteil. Die oft prekäre finanzielle Situation vieler Gemeinden zwinge dazu, auch hier Grundstückseigentümer künftig zu beteiligen.


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