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Abschied von Güstrow : Neue Herausforderungen wagen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Prediger Daniel Queißer und Familie ziehen nach Rostock / Verabschiedung am 12. Juli

Familie Queißer hat viele Kartons bereits gepackt. Die restlichen folgen in den kommenden Tagen. Der Grund: Daniel Queißer (35) wird am Sonntag, dem 12. Juli, als Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaft Güstrow im Grünen Winkel 5 verabschiedet. Elf Jahre lang war er für die fünf Außenstellen und Güstrow tätig und wird nun nach Rostock wechseln. In die Güstrower Gemeinschaft kommt der derzeit in Rostock tätige Prediger Sieghard Reiter, der 50 Prozent der Predigerstelle übernimmt. Die andere halbe Stelle wird Samuel Rahn ausfüllen, der sich um die Jugendlichen der Gemeinde kümmern wird und in Teilzeit im „Leuchtturm“ auf dem Distelberg tätig ist.


In Barlachstadt sehr wohl gefühlt


Es ist üblich, dass Prediger nach einigen Jahren weiter ziehen. Eigentlich aber kam dieser Wechsel für Mirjam (35) und Daniel Queißer mit ihren Söhnen Johannes (4) und Michael (2) dann doch etwas überraschend. „Wir wurden hier in Güstrow sehr gut aufgenommen und haben uns darum sehr wohl gefühlt“, sagen sie. Doch es wurde beiden klar, dass es ihr Weg ist, nun weiter zu ziehen.

Als Mirjam und Daniel Queißer vor elf Jahren in Güstrow eintrafen, waren sie jung verheiratet. Mirjam studierte Sonderpädagogik in Rostock und Daniel hatte gerade sein Anerkennungsjahr als Prediger in Rostock absolviert. Die Jahre hier haben ihn und die kleine Familie geprägt. Zuerst war da eine große Jugendarbeit, die Daniel Queißer leitete. Sie öffneten ihre Türen für die jungen Leute und hatten auch dadurch schnell gute Kontakte. Nur wenig später eröffnete sich die Möglichkeit einer Arbeit mit Kindern auf dem Distelberg. Dem jungen Prediger wurde klar, dass diese Arbeit notwendig und wichtig ist. Er übernahm Gruppenstunden für Jungschar-Kinder (ab acht Jahren), besuchte deren Eltern und war unterwegs, um einen Förderkreis für diese Arbeit zu finden. Das forderte den heute 35-Jährigen enorm. Daneben hatte er seine Dienste in der Gemeinde abzudecken und war auf den fünf Stationen in Teterow, Bützow, Linstow, Hohen Pritz und Krakow am See unterwegs. Ohne seine Frau Mirjam und ehrenamtliche Mitstreiter wäre dies alles wohl nicht zu bewältigen gewesen.

Und doch war zu viel der Kraft verbraucht und Daniel Queißer nahm 2012 eine Auszeit. Dafür hat er sich fünf Wochen in ein Kloster zurückgezogen. „Ich habe neu meine Stille mit Gott eingeübt, die Zeit war wohltuend“, erzählt er. Dazu half es, dass er den halben Tag im Kloster mitarbeitete, ohne jegliche Verantwortung.


Gemeindearbeit auf viele verteilt


Zum Dienst in der Gemeinschaft gehört neben den Predigten und Bibelstunden auch die Motivation von Mitgliedern, verschiedene Aufgaben zu übernehmen. „Es ist wichtig, dass die Gemeindearbeit nicht an einzelnen hängt“, so Daniel Queißer. Zu etwa 120 Mitgliedern und Besuchern hatte die Familie hier Kontakt. Dazu kam eine gute Beziehung zu den anderen Gemeinden in der Stadt. „Das war schon etwas Besonderes, auch mit den Säulen der verschiedenen Gemeinden freundschaftlich verbunden zu sein“, so der Prediger. Gerade in der Jugendarbeit gibt es seit drei Jahren eine gute Zusammenarbeit. Gemeinsam mit der Gemeindepädagogin Sarah Kerstan hat Daniel Queißer auch den wöchentlichen Jugendkreis geleitet. „Das gemeinsame Essen und Singen, den Austausch über Lebens- und Glaubensfragen, und ‚gefährliche‘ Spiele – das Alles mit bis zu 30 Jugendlichen werde ich besonders vermissen”, so der Prediger.

Insgesamt schaut die Familie dankbar auf die Jahre in Güstrow zurück. Inzwischen ist aus den kleinen Anfängen die sozial-diakonische Arbeit im „Leuchtturm“ auf dem Distelberg entstanden, in der zwei festangestellte Mitarbeiter weitere Praktikanten anleiten. Insgesamt gehen hier etwa 100 Kinder ein und aus, die nicht nur einen Anlaufpunkt finden, sondern auch Hilfe bei Hausaufgaben, Spielangebote und so wichtige Orientierung für ihr Leben bekommen.
Jetzt ist der Kindergartenplatz für Sohn Johannes in Rostock gesichert und die Familie schaut voller Spannung auf ihre neuen Aufgaben. „Ich freue mich auf die Herausforderung“, so Daniel Queißer. Doch auch für seine Frau wird es herausfordernd sein, wieder einen Freundeskreis aufzubauen. Zuerst einmal wird sie in der Anne Frank-Schule in Güstrow, in der sie als Lehrerin tätig war, einen Tag in der Woche arbeiten.  


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