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VR Bank Güstrow und Wismar wollen fusionieren : Neue Großbank im Nordosten

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Es ist die gewaltigste Bankenfusion im Nordosten: Die Güstrower Volks- und Raiffeisenbank, die vor kurzem bereits die Doberaner Raiffeisenbank übernommen hatte, will sich mit Wismar zusammenschließen.

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 06:23 Uhr

Güstrow | Es ist die gewaltigste Bankenfusion im Nordosten: Die Güstrower Volks- und Raiffeisenbank, die vor kurzem bereits die Doberaner Raiffeisenbank übernommen hatte (SVZ berichtete), und die Volks- und Raiffeisenbank Wismar wollen sich zusammenschließen. In dieser Woche haben die Aufsichtsräte beider Banken den Vorständen grünes Licht für konkrete Fusionsverhandlungen gegeben. Angestrebte Bilanzsumme: eine Milliarde Euro. Damit entstünde die größte VR-Bank in Mecklenburg-Vorpommern mit mehr als 22 000 Mitgliedern, 31 Geschäftsstellen und fast 85 000 Kunden. Das Geschäftsgebiet würde sich von Lübeck bis Plau am See erstrecken - insgesamt 5500 Quadratkilometer. "Die Dimension ist gewaltig. Wir bauen eine neue Bank", sagt Elgin Stündel, Vorstand der Güstrower Volksbank.

Elgin Stündel (50) und ihr Vorstandskollege Dieter Heidenreich (56) haben gerade eine 80-Stunden-Woche. Die Verhandlungen mit Wismar laufen auf Hochtouren. "Zwei gleich gesunde Banken unterhalten sich, keiner darf sich als Verlierer fühlen. Die Gespräche sind deshalb nicht einfach", sagt Elgin Stündel. Aber schon Ende Oktober soll der Verschmelzungsvertrag unter Dach und Fach, von den Aufsichtsräten und Vorständen abgesegnet sein. "Wir haben die gemeinsame Vision von dieser großen Bank." Anfang nächsten Jahres sollen dann die Genossenschaftsmit glieder in ihren Generalversammlungen zustimmen. Man wolle jetzt die einmalige Chance nutzen, aus einer Position der Stärke heraus, die Kräfte beider Banken zu bündeln und so zur führenden Genossenschaftsbank in MV werden, unterstreicht Dieter Heidenreich.

Der Konzentrationsprozess in der Bankenbranche scheint ungebremst. Gründe: zunehmender Wettbewerb, steigende Kosten, eine immer größer werdende staatliche Regulierung sowie wachsende Ansprüche der Kunden. "Wenn wir selbstständig und stabil bleiben wollen, müssen wir verschmelzen. Nur so können wir unsere Bank langfristig sichern und nachhaltig aufstellen ", ist Elgin Stündel überzeugt. Sie geht davon aus, dass es in zehn Jahren nur noch drei große VR-Banken in MV geben wird, aktuell sind es noch zwölf. "Bei diesem Verschmelzungsprozess wollen wir Vorreiter sein und aktiv mitgestalten", so Heidenreich. Ein weiteres Wachstum der Güstrower Volks- und Raiffeisenbank schließt er nicht aus. Gemeinsam mit den Vorstandskollegen aus Wismar, Uwe Gutzmann und Jan Hoffmann, sei man der festen Überzeugung, dass die angestrebte Fusion "der richtige strategische Schritt mit den richtigen Partnern zum richtigen Zeitpunkt" sei.

Die Güstrower und Wismarer Vorstände wollen die neue Großbank zukünftig gemeinsam leiten, Hauptsitze sollen in Güstrow und Wismar sein. Durch die vor kurzem erfolgte Fusion der Güstrower und Doberaner Bank, sind die Güstrower etwas größer als die Wismarer. Dennoch würden die Verhandlungen "auf Augenhöhe" erfolgen", sagt Heidenreich. Entlassungen seien mit der Fusion nicht geplant, im Gegenteil: "Wir brauchen alle Mitarbeiter, haben jetzt sogar schon personelle Engpässe", sagt Elgin Stündel.

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