Güstrow : Neue Chance für Wohnen am Wasser

<fettakgl>Eine reizvolle Vorstellung:</fettakgl> Wohnen auf dem Stahlhof direkt an der Wasserkante der Nebel.<foto>REgina Mai</foto>
Eine reizvolle Vorstellung: Wohnen auf dem Stahlhof direkt an der Wasserkante der Nebel.REgina Mai

Seit zwei Jahrzehnten wartet der so genannte Stahlhof in Güstrow auf eine Neugestaltung. Jetzt ist seine Zeit gekommen. Die Industriebrache zwischen Bahnhof und Altstadt soll Raum für den gehobenen Wohnungsbau bieten.

svz.de von
01. Juni 2012, 07:20 Uhr

Güstrow | Seit zwei Jahrzehnten wartet der so genannte Stahlhof auf eine Neugestaltung. Jetzt, so sieht es aus, ist seine Zeit gekommen. Die Industriebrache zwischen Bahnhof und Altstadt soll Raum für den gehobenen Wohnungsbau bieten. Das schlägt die Stadtverwaltung vor und kommt damit einem Auftrag - nämlich die Suche nach einem neuen Standort für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser in der Stadt - zuvor. Die Mitglieder des Hauptausschusses der Stadt jedenfalls sind begeistert. Sie plädierten am Donnerstagabend einstimmig dafür, dass die Stadt in Sachen Stahlhof planerisch tätig werden soll. Ein entsprechender Beschluss obliegt der Stadtvertretung auf ihrer Sitzung am 14. Juni.

Die SPD-Fraktion hatte mit ihrer Forderung nach Ausweisung eines neuen Wohnstandortes die Sache ins Rollen gebracht. Der Wohnungsbau an der Wallensteinstraße belege das Interesse insbesondere am Errichten von Mehrfamilienhäusern, begründete Hartmut Reimann. Acht Euro Kaltmiete seien in Güstrow realistisch, wie man an der Wallensteinstraße sehen könne. So verlangt der SPD-Fraktionsvorsitzende mehr Raum für den gehobenen Wohnungsbau in Güstrow. Und: "Die Wirtschafts- und Finanzkrise treibt Investoren und Anleger zurück nach Deutschland und animiert sie auf "Betongold" zu setzen", denkt Reimann. Dass die Verwaltung nun bereits mit einem Stand ortvorschlag reagiert, bevor sie von der Stadtvertretung den Auftrag bekommt, nahm Torsten Renz (CDU) mit frohem Erstaunen zur Kenntnis. Ein generelles Ja kam auch von Burkhard Bauer (Die Linke) und von Lothar Fila (Fraktion Freie Wähler/Einzelbewerber). Allerdings fragte sich Fila, ob der "Stahlhof wirklich ein rechtsfeier Raum" sei. Vom stellvertretenden Bürgermeister Andreas Brunotte hörten die Mitglieder des Hauptausschusses, dass der Stadt ein Teil der Flächen gehören und dass man die "Klepper-Flächen" werde ankaufen können.

Attraktiver Wohnstandort zwischen Bahnhof und Zentrum

Es sei daran erinnert, dass es aus den 1990er-Jahren eine Entwicklungskonzeption für den Stahlhof, mit der die Stadt seinerzeit scheiterte. Jahrelanges juristisches Tauziehen zwischen dem Eigentümer der abgewickelten Kleiderwerke an der Grabenstraße und der Stadt - Klaus Klepper - verhinderte jegliche Entwicklung auf dem Areal. Auch wenn zwei Gerichtsverfahren noch nicht ganz zu den Akten gelegt werden können, bestehe doch die Chance, dass die Stadt Eigentüber der überwiegenden Flächenanteile werden könne, schätzt die Verwaltung ein.

Schon das damalige Entwicklungskonzept hatte neben großflächigem Einzelhandel und Dienstleistungen rund 100 Wohnungen an der Wasserkante der Nebel vorgesehen. Einig waren sich die Mitglieder des Hauptausschusses, dass der Stahlhof allein von der Lage am Wasser und am Rosengarten prädestiniert für den gehobenen Wohnungsbau sei. Die Nähe zum Bahnhof sei ein wichtiges Argument für künftige Mieter, die in Güstrow wohnen möchten, aber z.B. in Rostock arbeiten, die Nähe zur Altstadt ein Pluspunkt für jene, die kurze Wege in einer Stadt schätzen.

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