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Güstrower Anzeiger

19. Oktober 2017 | 09:30 Uhr

Ausbildung : Neue Bleibe für Azubis gefunden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Lehrlinge leben in Wohngemeinschaften in Güstrower Südstadt / Landkreis als Schulträger verpflichtet, Internatsplätze vorzuhalten

Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Landkreis Rostock ein Problem. Für 30 bis 40 Auszubildende, die an der Beruflichen Schule Güstrow lernen, musste eine neue Unterkunft gefunden werden. Bisher war die Unterkunft dieser Azubis im Gästehaus am Schlosspark gesichert. Nach dem Ausbau dieser Güstrower Herberge zum Greenline-Hotel war dies jedoch nicht mehr möglich.

„Als Schulträger sind wir laut Schulgesetz verpflichtet, den Nutzern von Angeboten von überregionaler Bedeutung eine Unterkunft zu stellen“, informiert Sabine Stelley, Leiterin des Schulverwaltungs- und Kulturamtes beim Landkreis. Das betrifft vor allem die Landesfachklassen, in denen die schulische Ausbildung beispielsweise für Veranstaltungstechniker, Berufskraftfahrer oder Forstwirte nur in der Barlachstadt angeboten wird. „Da kommen die Lehrlinge von der Insel Usedom, aus Anklam oder aus Boizenburg zu uns und es ist ihnen nicht zuzumuten, dass sie täglich hin- und herreisen“, so Stelley. Nach dem Wegfall des Gästehauses am Schlosspark fanden die Mitarbeiter des Schulverwaltungs- und Kulturamtes bei der Allgemeinen Wohnungsbau-Genossenschaft (AWG) Güstrow-Parchim und Umgebung eine neue Unterkunft für die Azubis.

„Wir haben in der Ringstraße in zwei Aufgängen insgesamt elf Wohnungen renoviert, mit einer Grundausstattung versehen und zur Nutzung als Wohngemeinschaft zur Verfügung gestellt“, sagt Jana Reimer, Abteilungsleiterin für Vermietung. Bis zu vier Lehrlinge kommen in einer Wohnung unter, das Wohnzimmer als Gemeinschaftsraum sowie Küche und Bad stehen allen zur Verfügung. Demnächst soll im Keller ein Freizeitraum für Dart, Kickfußball und Billard eingerichtet werden.

Allein die Lehrlinge wollten zunächst nicht. „Als wir den Azubis eröffneten, dass wir in die Südstadt umziehen werden, gab es lange Gesichter. Viele wollten abspringen und sich selbst etwas suchen“, erinnert sich Erzieherin Astrid Bohnenstedt. Auch ein Besuch in der Ringstraße und eine Inaugenscheinnahme des Wohnblocks änderte daran erst einmal nichts. „Wir haben nicht locker gelassen und die jungen Leute überzeugt, sich die Wohnungen doch erst einmal anzuschauen und danach eine Entscheidung zu treffen“, berichtet die Erzieherin. Tatsächlich kippte die Stimmung schon beim Betreten der Wohnung. „Man konnte richtig sehen, wie die Augen zu leuchten begannen. Viele stellten fest, dass sie ja hier ein eigenes Reich haben würden. Nun konnte es mit dem Umzug gar nicht schnell genug gehen“, schmunzelt Astrid Bohnenstedt.

Inzwischen haben sich die Lehrlinge in der Güstrower Südstadt eingelebt. „Ich fühle mich wohl in der WG, alles in Ordnung“, bestätigt Friederike Brand, die an der Beruflichen Schule das Fachgymnasium Sozialpädagogik besucht.

 


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