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Güstrower Anzeiger

16. Dezember 2017 | 21:52 Uhr

Flüchtlinge : Neue Asylunterkunft in Güstrow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landkreis plant Gemeinschaftsunterkunft für 200 Asylsuchende im Ex-Stadtwerke-Block / 3300 Flüchtlinge in diesem Jahr erwartet

von
erstellt am 09.Okt.2015 | 06:00 Uhr

In Güstrow soll jetzt nach Plänen des Landkreises Rostock die bisher größte Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge entstehen. Standort wird das ehemalige Stadtwerke-Gebäude an der Glasewitzer Chaussee, wie der Landkreis gestern mitteilte. 200 Asylsuchende sollen hier unterkommen. Doch kurzfristig kann der Wohnblock die immer größer werdende Zahl von Flüchtlingen nicht auffangen. „Wir können das Gebäude nicht jetzt schon als Notunterkunft einrichten, da umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig sind“, sagt Landkreis-Sprecher Kay-Uwe Neumann. Erst am 1. Mai 2016 soll der Block an der Glasewitzer Chaussee bezugsfertig sein.

Der Landkreis plant also mittlerweile langfristig und erwartet, dass die Flüchtlingszahlen weiter steigen. War die Kreisverwaltung Anfang des Jahres noch von einer Zuweisung von 800 Flüchtlingen in diesem Jahr ausgegangen, musste diese Zahl gestern auf 3300 Neuankömmlinge nach oben korrigiert werden. Aktuell leben rund 2050 Asylsuchende im Kreisgebiet.

Mit dem Wohnblock an der Glasewitzer Chaussee erhält die Kreisstadt Güstrow ihre dritte bzw. vierte zentrale Gemeinschaftsunterkunft. Im Waldweg leben zurzeit 125 Flüchtlinge, in der Demmlerstraße 64 und in dem großen Wohnblock in der Werner-Seelenbinder-Straße, der offiziell nicht als Gemeinschaftsunterkunft gilt, 170 Personen. „Alle Gemeinschaftsunterkünfte in Güstrow sind gut belegt, aber nicht überbelegt“, sagt Rainer Boldt, 2. stellvertretender Landrat, auf SVZ-Nachfrage. Zudem sei am 1. Oktober eine neue zentrale Unterkunft in Bad Doberan mit 41 Plätzen eröffnet worden. So existieren jetzt auch hier drei Gemeinschaftsunterkünfte. Der Großteil der Flüchtlinge ist weiterhin dezentral in Wohnungen untergebracht. Mehr als 270 Wohnungen hat der Landkreis bereits angemietet. Daneben hat das Land MV in Mühlengeez eine Erstaufnahmeeinrichtung als Notunterkunft für bis zu 1600 und vor kurzem eine weitere Notunterkunft in der Güstrower Fachhochschule für 138 Flüchtlinge errichtet.


Immer mehr Notunterkünfte


Doch die Suche nach zentralen und dezentralen Unterbringungsmöglichkeiten im Landkreis geht unaufhörlich weiter. Immer mehr Notunterkünfte entstehen. Eine neue eröffnete der Landkreis jetzt im Feriendorf in Dolgen am See. „Außerhalb der Saison wollen wir solche Ferienobjekte über den Winter anmieten“, sagt Boldt. 40 Personen sind hier untergekommen. Weitere Notunterkünfte existieren in den ehemaligen Berufsschulen in Bad Doberan mit 135 und in Jördenstorf mit 138 Plätzen sowie in Kägsdorf mit einer Kapazität für 50 Flüchtlinge.

Unterdessen muss der Landkreis jetzt auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge früher als erwartet aufnehmen. War Rainer Boldt vor kurzem noch vom 1. Januar 2016 ausgegangen, beginnt die bundesweite Umverteilung jetzt bereits am 1. November. „Wir haben zudem jetzt schon unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus den Einrichtungen des Landes in Mühlengeez und der Güstrower Fachhochschule zu betreuen“, informiert Boldt. Das Jugendamt des Landkreises sei aktuell für 20 Kinder und Jugendliche zuständig. Ab November rechnet Boldt mit ca. 80 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die untergebracht und betreut werden müssen.  

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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