Güstrow : Neuanfang im „Stadt Güstrow“

Gleich geht es für sie zum ersten Mal wieder in das Gebäude auf dem Güstrower Markt: Hausmeister Ralf Bodtke, Detlef Hertzsch und Katrin Hertzsch, Abteilungsleiterin des Hostels und der Pension (v.l.).
Gleich geht es für sie zum ersten Mal wieder in das Gebäude auf dem Güstrower Markt: Hausmeister Ralf Bodtke, Detlef Hertzsch und Katrin Hertzsch, Abteilungsleiterin des Hostels und der Pension (v.l.).

Ex-Pächter mietet ehemaliges erstes Haus am Platz. Im Mai ist Eröffnung als „Sweet Dream“-Hostel & Pension.

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22. Februar 2018, 21:00 Uhr

Endlich ein Neuanfang im Hotel „Stadt Güstrow“. Im Mai wird die Karin & Detlef Hertzsch OHG, Betreiber und Eigentümer der Hotels „Altstadt“ und „Am Tierpark“ in Güstrow, das traditionsreiche Haus auf dem Güstrower Markt als „Sweet Dream“-Hostel & Pension wiedereröffnen. Damit kehren Karin und Detlef Hertzsch an eine alte Stätte zurück, denn sie hatten das Hotel bereits von 2002 bis 2012 gepachtet. Mittwoch unterschrieb Hertzsch, mit Karin Hertzsch und Helga Schmidt Geschäftsführer, einen zehnjährigen Mietvertrag mit der Deutschen Konsum REIT-AG. Die hat mit der Elgeti Brothers GmbH Berlin, die seit Mai 2016 Eigentümer der Immobilie ist, einen Management- und Beratungsvertrag. Vorstandsvorsitzender der AG ist Hansa-Rostock-Mäzen Rolf Elgeti.

39 Zimmer mit 60 Betten in zwei Etagen

Damit kommt in das seit April 2012 leer stehende Geisterhaus (SVZ berichtete) wieder Leben. Hertzsch: „Allerdings nicht als Hotel und erstes Haus am Platz, sondern als Hostel ohne gehobene Ansprüche sowie als Pension für Gäste, die für eine längere Zeit eine günstige Unterkunft suchen. Die Preise liegen pro Nacht und Person ab 15 Euro. Verpflegung gibt es nicht.“

Das Hostel wird 20 und die Pension 19 Zimmer für 60 Gäste in der 2. und 3. Etage haben. Der Eingang zur Lobby ist wie gehabt vom Markt. Handwerker und Hausmeister der OHG werden die Renovierung ausführen. Dazu kommt ein Budget des Vermieters, das mit der Miete verrechnet wird. „Seit Mittwoch verschaffen wir uns einen Überblick über die Situation. Fest steht schon, dass wir alle WC erneuern müssen“, erklärt Detlef Hertzsch. Greift das Konzept, können 25 Zimmer mit 50 Betten im ehemaligen „Capitol“ dazukommen. Unberührt vom Vertrag bleiben der große Ballsaal und der kleine Saal.

Im Januar 2017 suchten die Elgeti Brothers erstmals mit Detlef Hertzsch Kontakt. Der zeigte Interesse, erteilte aber jeder Überlegung, wieder ein 3- bzw. 4-Sterne-Haus aus dem Hotel zu machen, eine Absage. Hertzsch: „Gründe sind die unzureichende Infrastruktur mit fehlenden Parkplätzen, dem nicht zu refinanzierenden Gaststättenbau im Erdgeschoss sowie viel zu hohe Investitionen für Interieur und einen Wellnessbereich, um rentabel zu arbeiten.“ Außerdem führt die OHG, die Hotels im 3-Sterne- und 3-Sterne-plus-Bereich hat, eine fehlende Nachfrage für ein solches Hotel an. Mit der Teilvermietung zu Hostel und Pension trafen sich die Vorstellungen des Eigentümers und des Mieters.

Hertzsch: „Ich hänge an dem Haus“

Aber wie fühlt sich nun der Neuanfang an alter Wirkungsstätte an? „Wie ein Landwirt, der einen steinigen Acker zupachtet“, gibt Detlef Hertzsch seine Gemütslage preis. „Aber ich stehe zu unserer Entscheidung, denn ich hänge an dem Haus, schließlich hat unser Unternehmen hier zehn Jahre mit 80 Mitarbeitern gewirkt“, so der Güstrower Hotelier. Hertzsch sagt aber auch: „Sicher wird auf uns deutlich mehr Arbeit zukommen. Aber vielleicht lasten mich unsere beiden Hotels auch nicht ganz aus. Außerdem schließt sich ein Kreis, weil ich 2012 woanders ein ähnliches Objekt übernehmen wollte. Aber dass es nun doch das ,Stadt Güstrow‘ geworden ist, passt, glaube ich, besser, denn es bleibt noch etwas vom Hotel der Güstrower erhalten.“
 

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