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Güstrower Anzeiger

18. August 2017 | 05:10 Uhr

Musik : Nervosität in Energie umwandeln

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gebürtiger Güstrower leitet Bratschen-Workshop in Gottin / Musikstudenten bereichern Sommerfestival / Heute Abend Konzert

Als Heidrun Niemann zur Vorbereitung des VII. Sommerfestivals „Johann Heinrich von Thünen“ bei Professor Erich Krüger in der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar anrief und ihm eine Probenwoche im Bürgerhaus Gottin anbot, brauchte sie nicht lange zu agitieren. Noch zu gut war dem „Bratschen-Prof“ der Workshop vor einem Jahr im Gedächtnis. „Wir waren damals mit sieben Studenten in Gottin und alle haben noch wochenlang von dieser Zeit geschwärmt“, erinnert sich Erich Krüger. Ein Argument, sofort zuzusagen, ist auch, dass der 60-Jährige den Aufenthalt in der Mecklenburgischen Schweiz gern mit einem Besuch seiner Geburtsstadt Güstrow verbindet.

Stand vor einem Jahr die Vorbereitung auf einen bedeutenden Instrumentalwettbewerb im Vordergrund, so hatte Krüger dieses Mal Studenten mitgenommen, die demnächst Prüfungen absolvieren müssen. „Einer bereitet sich auf eine Zwischenprüfung vor, ein anderer auf seinen Bachelor und drei werden demnächst ihr Konzertexamen ablegen“, erzählt der Dozent. Letzteres ist der höchste Abschluss, der an einer deutschen Hochschule erreicht werden kann. Die drei Kandidaten seien eigentlich keine Studenten mehr, sondern würden bereits voll im Berufsleben stehen. Wie Liv Bartels, die bis Februar als Solo-Bratscherin in Nürnberg wirkte und im September ins MDR-Sinfonieorchester nach Leipzig wechseln wird. Von Urlauben mit den Eltern ist der gebürtigen Hallenserin die Ostsee gut bekannt. Nicht aber die Mecklenburgische Schweiz. „Das ist ja ein traumhafter Ort“, schwärmte die 28-Jährige.

Im Workshop wird viel mit dem Instrument gearbeitet. „Aber nicht nur. Wichtig sind auch Gespräche, wie die jungen Leute ein Bühnengefühl bekommen oder wie sie die Nervosität vor einem Auftritt in produktive Energie umwandeln können“, sagt Krüger. Da sei die Abgeschiedenheit von Gottin genau richtig, um sich auf diese Seite der Ausbildung konzentrieren zu können. Auch halte er es wie Joachim Löw, der ebenfalls ruhige Orte für seine Trainingslager auswähle. „Aber im Gegensatz zum Bundestrainer müssen wir nicht Fußball-Weltmeister werden“, schmunzelt der Professor.

Allerdings werden die Studenten das Sommerfestival bereichern. Heute geben die Musiker ein festliches Konzert. Begleitet von der Pianistin Lydia Gorstein werden die jungen Leute Werke von Franck, Brahms, Hindemith, Bach, Schostakowitsch und anderen Komponisten aufführen. Krüger wird den Part des Moderators in diesem Gesprächskonzert übernehmen.

Heidrun Niemann, Chefin des Fördervereins Bürgerhaus der Gemeinde Warnkenhagen, zieht eine positive Zwischenbilanz des Festivals. „Wir hatten bisher wunderbare Veranstaltungen. Unser Festival hat sich herumgesprochen: von Mal zu Mal zählen wir mehr Besucher. Auch das Einzugsgebiet hat sich erweitert. Die Gäste kommen aus unserer Region, aber auch aus Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Güstrow“, versichert die Organisatorin. Mit einem Konzert mit Flöte und Orgel geht das VII. Sommerfestival am 14. Juni in der Kirche Belitz zu Ende.




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