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Aufruf aus Güstrow : Nepal: Hilfe für ein zerstörtes Land

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Nepalesin Binda Gurung, Auszubildende in Güstrow, und die Güstrower Ärztin Heike Golatowski sammeln für die Erdbebenopfer

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erstellt am 04.Mai.2015 | 06:00 Uhr

Die Lage ist verheerend: Mehr als 7000 Tote, Zehntausende oft schwer Verletzte, eine Million Obdachlose, die alles verloren haben – die Erdbeben-Katastrophe vor einer Woche im fernen Nepal hält die Menschen noch immer in Atem. Doch fern ist dieses Land für Binda Gurung nicht. Täglich denkt die 23-jährige Nepalesin gerade an ihre Heimat und ihre Verwandten, während sie an der Berufsschule des KMG-Klinikums Güstrow zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ausgebildet wird. Ihr Heimatdorf 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kathmandu wurde durch das schwere Beben völlig zerstört. Alle ihre Angehörigen sind obdachlos. „Aber sie leben“, sagt Binda Gurung erleichtert in perfektem Deutsch, aber noch immer schockiert. So viel konnte sie durch ein Telefonat mit ihrer Cousine in Kathmandu schon in Erfahrung bringen. Aber ihre Eltern hat sie immer noch nicht erreicht. Jetzt hat die Auszubildende in Güstrow eine Spendenaktion für die Menschen in ihrer Heimat gestartet.

„Ich muss einfach etwas tun. Es sind meine Leute, mein Land“, sagt die Nepalesin. „Auch eine kleine Hilfe spielt schon eine große Rolle. Die Menschen haben nichts mehr zu essen, sind teilweise schwer verletzt.“ Am KMG-Klinikum hat sie bereits Spendenaufrufe verteilt. Ihre Berufsschulkameraden haben daraufhin spontan einen Kuchenbasar für Nepal organisiert: nächsten Mittwoch ab 9.30 Uhr in der Eingangshalle des Güstrower Klinikums.

Unterstützung bei ihrer Hilfsaktion bekommt Binda Gurung dabei vor allem von der Güstrower Ärztin Heike Golatowski. „In Nepal herrscht jetzt das Chaos“, sagt sie. 2009 reiste sie durch dieses faszinierende Land. Ihr Sohn Claas, Medizinstudent in Greifswald, hat zudem schon einmal neun Monate in Nepal gearbeitet. In seiner Wohngemeinschaft in der Unistadt wohnt er mit dem Medizinstudenten Badri Khuma Giri aus der schwer vom Erdbeben betroffenen Region Sindhupalchowk in Nepal zusammen. „Giri leidet fürchterlich unter dem Tod seiner kleinen Cousine und dem mehrerer Tanten, die von den Trümmern ihres Hauses begraben wurden“, schildert Heike Golatowski. Ihr Sohn und Giri unterstützen die Organisation „Nepalmed“, die Spenden u.a. für Medikamente und den Wiederaufbau zerstörter Häuser sammelt. Heike Golatowski selbst hat in ihrer Praxis in der Wallensteinstraße eine Spendenbox für die Erdbebenopfer in Nepal aufgestellt.

Binda Gurung ist seit fünf Jahren in Deutschland. Seit 2013 absolviert sie ihre Ausbildung in Güstrow. „Als ich in den Nachrichten gehört habe, dass das Wahrzeichen von Kathmandu, der große Turm Dharara eingestürzt ist, wusste ich, dass das Erdbeben gewaltig gewesen sein muss“, erzählt die 23-Jährige. „Sprachlos, schockiert und unheimlich aufgeregt“, schildert sie ihren Gefühlszustand. Die Kinder ihrer Cousine seien noch immer traumatisiert. Doch jetzt will sie unbedingt ihre Eltern erreichen. Sie sollen sich in einer Notunterkunft in einer Schule befinden. „Nepal braucht Hilfe“, sagt sie. Im Sommer will sie in ihre Heimat fliegen.

 

 

 

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