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FFH-Gebiet Güstrower Inselsee : Naturschutz am Inselsee

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Umweltvertreter gaben Donnerstagabend den aktuellen Planungsstand bekannt.

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Naturschutz im und am Güstrower Inselsee – was bedeutet das für die Anwohner, Vereine oder die Stadt Güstrow? Am Donnerstagabend bestand im Rathaus die Möglichkeit, Vertreter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) sowie des Güstrower Planungsbüros Umweltplan danach zu fragen und eigene Anregungen für die weitere Planung einzubringen. Es ging um Maßnahmen, die getroffen werden müssen, um den insgesamt guten Zustand des Natura 2000-Gebiets Güstrower Inselsee zu erhalten oder zu verbessern. Der Andrang war verhältnismäßig groß, der Saal allerdings auch klein. Rund 30 Bewohner der umliegenden Ortschaften und Vertreter verschiedener Vereine trafen auf neun Naturschutzvertreter, um sich den bisherigen Planungsstand anzuhören.


Vernetzte Schutzgüter in Europa


An einem Natura 2000-Gebiet gibt es zwei Besonderheiten. Zum einen handelt es sich um ein Netzwerk von Schutzgebieten, das in allen europäischen Mitgliedstaaten möglichst zusammenhängend entstehen soll. Grundgedanke ist, der Pflanzen- und Tierwelt einen barrierefreien Zugang zu ihren Lebensräumen zu bieten. Dass diese Lebensgemeinschaften zum Beispiel durch Straßen zerschnitten werden, ist ein Grund, warum viele Arten aussterben. Die in den zerschnittenen Gebieten verbleibenden Gruppen sind zu klein, um dauerhaft gesunden Nachwuchs zu produzieren. Zum anderen sind besonders schützenswerte Arten und Lebensräume in den sogenannten Anhängen der europäischen Richtlinie vermerkt. Unter Natura 2000 werden nur Gebiete geführt, die solche als Schutzgüter bezeichnete Arten beherbergen. Soll ein Managementplan erstellt werden, geht es um Möglichkeiten, wie genau diese Schutzgüter unter Berücksichtigung aller Interessen in einen günstigen Zustand gebracht und erhalten werden können. Die für den Güstrower Inselsee notwendigen Maßnahmen werden vom Büro Umweltplan im Auftrag des Stalu auf Grundlage der bisherigen Kartierungsergebnisse in den kommenden Monaten entwickelt.


Röhricht, Moor, See, Schnecke und Otter


Insgesamt hat sich der Zustand des Güstrower Inselsees seit seiner Ernennung zum Natura 2000-Gebiet im Jahr 2004 kaum verändert. Die Größe des Gebiets und ein Lebensraumtyp wurden genauer bestimmt. Schützenswert sind der Otter, zwei Schneckenarten, die angrenzenden Sümpfe, Moore, Moorwälder und Röhrichte, sowie der See selbst mit seinen Krautgesellschaften. Diese sorgen für sauerstoffreiches Wasser, von dem auch die Angler profitieren. Konflikte existieren an den angrenzenden Straßen, denen Otter häufig zum Opfer fallen. Manch Frage konnte nicht im Rahmen der Managementplanung beantwortet werden. So fallen schutzwürdige Arten, die sich außerhalb des Gebiets befinden, nicht unter die Schutzgüter des Inselsees. Auch Details, wie der Badestrand ohne bürokratischen Aufwand unterhalten werden kann, müssen in diesem Fall mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden.

Der für die Natura 2000-Planung zuständige Stalu-Dezernatsleiter Peter Foht beurteilte die Veranstaltung positiv: „Die Anmerkungen aus dem Publikum waren konstruktiv. Wir werden sie für die weitere Planung auswerten. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Menschen zufrieden mit ihrer Umgebung sind und sie erhalten möchten.“ Die betroffenen Akteure werden kontaktiert und in den nächsten Monaten an der weiteren Planung beteiligt. Das Ergebnis und die daraus folgenden Maßnahmen werden voraussichtlich im Mai allen Interessierten vorgestellt.

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