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Güstrow : Naherholungsgebiet Heidberg wieder in der Kritik

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Leser kritisiert: brutaler Holzeinschlag, marode Einrichtungen, zerfahrene Wege

April 2014, Mai 2015, Mai 2016 – alle Jahre wieder steht im Frühjahr das Waldgebiet des Güstrower Heidberges in der Kritik. Unserem Mühl Rosiner Leser Jürgen Hudowenz, der jeden Tag mit seiner Frau im Wald ist, stößt jetzt, da die Natur sich wieder Bahn bricht, der Zustand des Naherholungsgebietes auf. „Wenn man nur einige Schritte hineingeht, sieht man schon den brutalen Holzeinschlag. Links und rechts der Wege bleibt altes Holz einfach liegen.“ Tatsächlich offenbart ein Vororttermin: Stellenweise sieht es im Wald aus „wie Kraut und Rüben“.

Trostlos präsentieren sich diverse Einrichtungen, vor knapp 20 Jahren durch Mitarbeiter des damaligen Fördervereins aus Holz errichtet: Schautafeln sind weg oder unlesbar, Hinweisschilder halten sich nur mühsam, Geländer zur früheren Kieskuhle ist teilweise gebrochen, Bänke, die kaum noch jemand halten können.

Ein weiterer Punkt, den unser Leser kritisiert: „Der Zustand der Wege erlaubt kaum noch das Laufen, wenn zum Beispiel die Nordic Walker mit ihren Stöcken kommen, dann geht das gar nicht. Die Riesenmaschinen, mit denen der Wald bewirtschaftet wird, zerfahren alles.“

Von einem „trostlosen Zustand“ spricht der 77-Jährige zusammenfassend: Weder für Urlauber noch für Einheimische sei der Heidberg noch ein lockendes Ziel.

Die Stadt bestätigt die von Jürgen Hudowenz geschilderten Eindrücke. „Es ist aber aus unserer Sicht nicht so schlimm, wie es geschildert wird“, sagt Verwaltungssprecherin Karin Bartock. Wie der Wald derzeit aussehe, gehöre zur „normalen Bewirtschaftung“. Käufer holten immer noch Holz ab. Bartock: „Wenn das abgeschlossen ist, werden die Wege auch wieder glatt geschoben.“ Sie hoffe, dass dies bis Ende Juni abgeschlossen werden kann.

Schwieriger wird es schon bei den Einrichtungen. Da die Stadt ihren aktuellen Haushalt immer noch als nur vorläufig führen kann, stehe alles unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kommunalaufsicht. Aber auch wenn diese erfolgt, könne die Stadt nicht alle durch den Förderverein vor Jahren errichteten Bänke erhalten bzw. ersetzen. Karin Bartock: „Wir werden prüfen, welche zu reparieren sind oder ob welche gegebenenfalls auch beräumt werden müssen. Wir müssen sehen, was machbar ist.“ Unter diesem Aspekt wolle man auch den Elisabethstein und dessen Umfeld in Augenschein nehmen. An der früheren Kieskuhle sei zu begutachten, ob hier ein Geländer überhaupt noch notwendig ist.

„Utkiek“ könnte ganz neu gebaut werden

Zum „Utkiek“, vor dem Jürgen Hudowenz jeden Tag immer wieder nur kopfschüttelnd steht: Von der einstigen hölzernen Verkleidung des kleinen Bunkers und dem Aufbau ist nichts mehr übrig geblieben. Bereits für 2014/15 wären Planungsleistungen vorgesehen gewesen, bestätigt die Stadtsprecherin die Erinnerung unseres Lesers an einen SVZ-Beitrag vor zwei Jahren. In deren Zuge sei jedoch deutlich geworden, dass zunächst die Frage geklärt werden müsste, was überhaupt gewollt sei. Denn: Den „Utkiek“ wieder auf dem Bunker zu errichten, komme nicht infrage. „Die aktuelle Höhe wäre auch unsinnig, da man ja nichts sieht“, sagt die Stadtsprecherin. Aktuelle Überlegung sei nun, einen „Utkiek“ separat neu zu errichten. Für einen solchen „Turm“ gehe es jetzt in die Vorplanung, somit könnte frühestens 2018 gebaut werden, prognostiziert Karin Bartock vorsichtig.

Dass die Stahltür zum Bunker aufgebrochen wurde, sei bisher nicht bekannt gewesen. Der städtische Bauhof werde die wieder verschließen.

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erstellt am 04.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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