Wie weiter nach Abi? : Nächster Halt…?

Clara Nicolai freut sich auf ihr ökologisches Jahr.
Clara Nicolai freut sich auf ihr ökologisches Jahr.

Nach dem Abi ganz weit weg oder doch nur in die nächst größere Stadt!? / Studium, Ausland, FSJ? / Zwei Abiturientinnen berichten

von
05. Juni 2015, 06:00 Uhr

Die schriftlichen Abiturprüfungen sind geschafft, allein die mündlichen stehen noch aus. Bald hat ein weiterer Jahrgang mit knapp 100 Schülern des John-Brinckman-Gymnasiums Güstrow wird diesen Sommer die Schulzeit hinter sich lassen. Jeder wird neue Wege einschlagen. Die einen zieht es in die Ferne nach Neuseeland, Spanien oder Südamerika, die anderen „nur“ in die nächste größere Stadt, nach Rostock. So oder so: Ein neuer, aufregender Lebensabschnitt steht allen bevor.

Zwei Abiturientinnen berichten, wie es nach ihrer Schullaufbahn weiter gehen soll. Die 17-jährige Clara Nicolai möchte nach dem Abitur nach Rostock gehen und ein freiwilliges ökologisches Jahr absolvieren. Bevor sie mit dem Studium anfängt, will sie auch noch ein Jahr in Afrika verbringen. „Am meisten werde ich definitiv meine Freunde vermissen, die man regelmäßig Tag für Tag in der Schule gesehen hat und die sich jetzt in der ganzen Welt verteilen werden“, weiß Clara schon jetzt.

Ein Aspekt, den viele ansprechen. War es doch selbstverständlich, sich fünf Tage die Woche zu sehen, häufig auch am Wochenende. Diese Zeit wird nie wieder kommen! Doch umso mehr wird die viele Freizeit nun ausgekostet. Und Clara möchte bis zu dem Tag, an dem jeder endgültig seinen eigenen Weg gehen wird, noch so viel Zeit wie möglich mit ihren Freunden verbringen. „Mit einigen Freunden mache ich zum Beispiel eine Abschlussfahrt nach Amsterdam, wir gehen zusammen auf das ein oder andere Festival oder sitzen abends gemütlich zum Grillen zusammen“, erzählt sie.

Helene Tautz ist ebenfalls 17 und wird ebenso bald ihr Abschlusszeugnis in den Händen halten. Ende des Jahres wird sie als Au-Pair entweder nach Schottland oder Spanien gehen. Danach möchte sie Lehramt oder Eventmanagement studieren. Ähnlich wie Clara, wird auch Helene ihre Freunde vermissen. „Meine Klasse wird mir besonders fehlen, denn diese war wirklich wie eine Familie“, berichtet die Zwölftklässlerin. Ein wichtiger Punkt, der ihr noch fehlen wird, ist der geregelte Tagesablauf. „Man hatte einen Plan, wusste wann was ist… Jetzt nach der Schule muss man sich erst einmal wieder neu orientieren“, denkt Helene. Auch sie möchte die Zeit vor ihrem Auslandsjahr noch in vollen Zügen genießen. „Mein Terminkalender ist nun voller Festivals, Konzerte und vielen weiteren Vorhaben mit meinen Freunden ausgelastet.“

Ein großes Thema ist jetzt selbstverständlich auch der Abiball im Juli. Clara und Helene freuen sich schon auf diesen Abend. „Ich denke, dass es eine unvergessliche Feierstunde wird, ein gebührender Abschluss unserer Schulzeit“, sagt Clara mit Vorfreude. Sie verspricht sich wie Helene, dass es ein Abend voller Spaß und Freude werden wird. Dennoch geht sie davon aus, dass dieser auch melancholisch geprägt sein wird, da man dann erst so richtig realisieren wird, dass zwölf Jahre Schule nun endgültig vorbei sind.

Die meisten Abiturienten werden nach ihrem Schulabschluss ab Oktober studieren. Die Studienwahl ist natürlich ein heikles Thema, denn viele wissen noch nicht, was wirklich der beste Studiengang für sie ist. Andere interessieren sich für zu viele Fächer, können sich dann nicht entscheiden oder scheitern am Auswahlverfahren. Ein Studienabbruch ist mittlerweile keine Seltenheit mehr, und viele junge Leute orientieren sich dann neu. Clara Nicolai und Helene Tautz sind sich in diesem Punkt einig: Würden sie merken, dass ihnen etwas nicht liegt oder sie unzufrieden mit ihrer Wahl sein sollten, würden beide sich umorientieren. „So etwas ist keine Schande. Falls ich mich für das falsche Studium entschließen sollte, das mir also nicht gefällt, wäre es eine schwierige Entscheidung, ob man es zu Ende bringt oder lieber abbricht. Ich bin aber überzeugt davon, dass ich die richtige Entscheidung treffe“, denkt Helene. Clara meint: „Ich finde, das Wichtigste ist, dass man Spaß an der Sache hat, die man macht. Der Rest wird sich dann schon noch finden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen