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Hallensterben : Nächste Sporthalle schließt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Hamburger Straße ab 1. Juli zu? / Stadt scheut Millionenkosten für Sanierung bei geringem Nutzen

Zum 30. Juni soll die Sporthalle in der Hamburger Straße in Güstrow geschlossen werden. Hintergrund ist der Auszug der benachbarten Grundschule am Hasenwald. Die soll zum Schuljahreswechsel unter das Dach der Wossidloschule in der Hafenstraße ziehen.

Für den Schulsport werde die Halle in der Hamburger dann nicht mehr benötigt, sagt Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes. In der Hafenstraße selbst gäbe es eine kleine Halle, und für die oberen Jahrgänge der Regionalen Schule stehe die nahe Sport- und Kongresshalle zur Verfügung. Sportvereinen, die die Halle in der Hamburger Straße derzeit noch nutzen, könnte die Verwaltung andere Hallen anbieten, freilich nicht mehr zu den „angestammten“ Zeiten, meint Weber.

Unter diesen Prämissen sei der Aufwand zum weiteren Betrieb der Halle – Weber spricht von 50 000 Euro jährlich – nicht mehr gerechtfertigt. Zudem sei ohnehin eine grundhafte Sanierung des mit lediglich 58 000 Euro Restbuchwert bilanzierten Gebäudes dringend erforderlich. Die Kosten betrügen rund 1,4 Millionen Euro. Die aufzuwenden, stünde in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen der Halle für die Stadt. Da sich kein Sportverein für die Übernahme der Halle interessiert habe, bleibe als Alternative nur die Schließung.

Was die Verwaltung vorschlägt, soll die Stadtvertretung erst absegnen. Da wird es zumindest Unmut geben, wie jüngst bereits beim Beschluss zum Abriss der städtischen Sporthalle im Tolstoiweg. Da hatte die CDU-Fraktion sich dem Beschluss, obwohl der doch absehbar war, verweigert.

Auch das Problem Hamburger Straße war absehbar: Schule zu – Halle zu. Diese Formel geistert seit dem Beschluss, die Hasenwaldschule am derzeitigen Standort aufzugeben, durch die Sportvereine der Stadt. Und doch will sich mancher nicht so diskussionslos damit abgeben. Horst Arndt etwa beklagt, dass man schon viel früher etwas gegen den Verfall dieser Sporthalle hätte tun müssen. „Jetzt geht doch wieder ein Stück Kultur in dem Stadtteil verloren“, meint der Linke-Stadtvertreter. Straßen, Schulen, Sporthallen… Hartmut Reimann (SPD) verweist auf vielfältige Aktivitäten der Stadt für ihre Infrastruktur in den letzten 20 Jahren. „Die Stadt konnte ja nicht alles auf einmal machen.“ Reimann gibt zu: „Jetzt ist die Halle verschlissen.“ Aus der Sicht von Sebastian Berg (CDU) wäre eine Schließung der Sporthalle fatal. „Wieder würde eine Tür für die weitere Entwicklung der Stadt zugeschlagen werden“, bedauert Berg. Kurt-Werner Langer (Fraktion Freie Wähler) wiederum sieht an dem Standort schon „künftig ein schönes Eigenheimgebiet“.

Ob es schon soweit kommt, soll nach Beschlussvorlage nicht feststehen. Zunächst soll die Stadtvertretung am 15. Mai nur über die Schließung der Sporthalle befinden. Erst später, also in der neuen Legislaturperiode, solle über eine mögliche Weiterverwendung oder den Abriss befunden werden.


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