Hoch-Zeit zum Pflanzen von Bäumen und Sträuchern : Nachwuchs für Forst und Gärten

Vorarbeiterin Bianka Schulz (3. v. l.)  nimmt zusammen mit drei Saisonarbeitern kleine Fichten aus dem Boden, die in Wäldern ausgepflanzt werden sollen.  Fotos: Evelyn Bubber-Menzel (3)
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Vorarbeiterin Bianka Schulz (3. v. l.) nimmt zusammen mit drei Saisonarbeitern kleine Fichten aus dem Boden, die in Wäldern ausgepflanzt werden sollen. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel (3)

Zurzeit Hochbetrieb in Forstbaumschule Güstrow-Klueß / Auf 150 Hektar Forst- und Landschaftsgehölze / Kleinverkauf für Privatleute

svz.de von
25. November 2014, 05:45 Uhr

Der Herbst ist Haupt-Pflanzzeit für Bäume und Sträucher. Deshalb herrscht in der Forstbaumschule Güstrow-Klueß zurzeit Hoch-Betrieb: Auf den Anbauflächen werden die kleinen Bäume vorsichtig aus dem Boden genommen, in Hallen werden sie gebündelt und für die Auslieferung vorbereitet – entweder für Wiederaufforstungen von Wäldern oder für Privatabnehmer. Wie immer in der Saison wird das Team der Forstbaumschule aus fast 100 Mitarbeitern im Firmenverbund gegenwärtig von 30 polnischen Helfern unterstützt. Ein Großteil von ihnen „erntete“ in den letzten Tagen auf einer Plantage bei Klueß kleine Fichten, die in Wäldern ausgepflanzt werden sollen. „Bei Laubhölzern haben wir zurzeit einen Zeitverzug von etwa zwei Wochen. Weil das Wetter noch so milde ist, ist an den Buchen das Laub meist noch dran. Laubhölzer müssen aber im entlaubten Zustand gepflanzt werden“, erläutert der Güstrower Wilfried Hahn (58), Geschäftsführer der Forstbaumschule.

Im Herbst 2013 und im Frühjahr 2014 habe sein Unternehmen auf über 900 Hektar in Wäldern Mecklenburgs vor allem Roterlen, Kiefern und Buchen aufgeholzt, sagt der Geschäftsführer. „Wir pflanzen jetzt besonders viel Roterlen in Bestände, die durch das Eschensterben frei geworden sind.“ Außerdem werde auch viel Buche gepflanzt, um mehr Mischwald-Bestände aufzubauen.

Hahn bedauert, dass bei öffentlichen Ausschreibungen für Landeswälder in Mecklenburg nicht vor allem die landeseigenen Baumschulen in der Nähe mit Aufträgen bedacht werden, sondern dass Jungpflanzen bis aus Berlin herangeholt werden. Dennoch, an Arbeiten mangelt es den Güstrowern nicht. „Doch leider wird es immer schwieriger, Arbeitskräfte dafür zu finden. Ich hoffe deshalb sehr, dass auch Flüchtlinge bald arbeiten dürfen“, sagt Hahn.

Insgesamt produziert die Forstbaumschule Güstrow auf ca. 150 Hektar Forst- und Landschaftsgehölze. Sie ist damit eine der größten Baumschulen in Deutschland. Ihre Hilfe ist sogar im fernen Indien geschätzt, aus dem gerade Besuch in Klueß war. Die Gäste sahen sich in der Forstbaumschule um und besprachen Schritte zur künftigen Zusammenarbeit. War doch Wilfried Hahn im letzten Jahr auf Vermittlung der Gosnaer Kirche vier Wochen lang in der Gegend zwischen Kalkutta und Delhi, um Adivasis – das sind die dortigen Ureinwohner – zu zeigen, wie man Wälder aufbaut. „Und das möchte ich, wenn ich mal genug Zeit dafür habe, fortsetzen“, sagt Wilfried Hahn. Jetzt aber hat er erstmal an Näherliegendes zu denken. So veranstaltete die Güstrower Forstbaumschule vor kurzem wieder die Pflanzenbörse für Jäger aus ganz MV. „Damit unterstützen wir die Landesjagdverbände“, erklärt Hahn. Grundlage dafür ist eine vom Land geförderte Aktion zur Anpflanzung von Hecken in der offenen Landschaft mit dem Ziel, den Lebensraum für Niederwild zu erweitern. „Wir haben an dem Tag 27 000 Pflanzen ausgegeben“, sagt Wildfried Hahn. Voll ist in Klueß die Lagerhalle für Bucheckern, die durch das Auslegen von Netzen unter Buchen gewonnen wurden. „Wir haben diesmal vier Tonnen Bucheckern eingelagert, nur für den eigenen Bedarf. Das ist nicht allzu viel. Denn in diesem Jahr hatten wir bei Bucheckern eine Sprengmast. Das heißt, es hingen nur einzelne Bäume voll.“ Aus den Bucheckern werden im Frühjahr Sämlinge für neuen Buchennachwuchs gezogen. Auch Privatleute werden in Klueß fündig. Sie finden im Kleinverkauf auf dem Gelände der Forstbaumschule ein Riesenangebot von Bäumen, Heckensträuchern und weiteren Pflanzen.

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