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Kluess : Nachsorgepflicht beim Nerzfarm-Betreiber

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Klueßer Bürger besorgt: Was wird aus der Nerzfarm nach deren Schließung zum Jahresende?

von
erstellt am 14.Aug.2017 | 20:30 Uhr

Die Nerztierfarm in Klueß ist eine von zwei Anlagen in MV, in der heute noch Pelztiere gehalten werden, die aber zum Jahresende schließen (SVZ berichtete) – eine gute Nachricht nicht nur für Tierschützer, sondern auch für die Klueßer, insbesondere jene Bürger, die in unmittelbarer Nähe der Anlage wohnen. Was aber passiert danach? „Wird die Anlage entsorgt oder bleibt alles so stehen?“, wollte Udo Mickwausch auf der jüngsten Einwohnerversammlung im Güstrower Ortsteil Klueß wissen. Eine abschließende Antwort darauf gibt es noch nicht.

Familie Mickwausch gehört zu den unmittelbaren Anwohnern der Anlage, die sich seit Jahren einer Fliegenplage ausgesetzt sehen. An vielen Stellen habe man das Problem vorgebracht und letztendlich nur erreicht, dass im Falle einer unerträglichen Belästigung Mitarbeiter der Nerzfarm kommen und gegen die Plagegeister spritzen, berichtet Udo Mickwausch. Er fürchtet nun, dass alles so weitergeht, wenn die Nerztierfarm nicht komplett abgerissen wird. „Da ist auch noch ’ne Menge Asbest vermacht“, fügt Udo Mickwausch hinzu und denkt, dass selbst ein Bodenaustausch notwendig werden würde.

Bürgermeister Arne Schuldt hob zunächst die Schultern. Der Stadt sei nicht bekannt, ob nach Schließung ein Rückbau vorgesehen ist. Selbst wenn alles stehen bleibt, würde sich die Natur aber das Stückchen Erde zurückerobern. Die Fliegenplage hätte ein Ende, meinte Schuldt und wollte vorbauen: „Wir können nicht alles aufräumen und zurückbauen. Das ist nicht bezahlbar.“

Beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) in Rostock sieht man sich in der Verantwortung. Allerdings muss Amtsleiter Jean Weiß auf den Herbst vertrösten. Er kündigt an, dass es dann mit dem Anlagenbetreiber und den zuständigen Fachdiensten des Landkreises Rostock Gespräche dazu geben wird. In erster Linie sei der Betreiber bei Betriebsschließung in der Nachsorgepflicht. Reichen seine Maßnahmen nicht aus, könne das Amt „Anordnungen treffen, um ein hohes Schutzniveau für Mensch und Umwelt sicher zu stellen“, so Weiß.

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