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Neujahrsempfang : Nachbarschaftsgeist groß geschrieben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Großes Engagement vieler Bürger hält das Leben in der Gemeinde Mühl Rosin auf Trab. Beim Neujahrsempfang würdigten Bürgermeister und Bisdede-Verein besonders verdienstvolle.

Nur wenige vom vergangenen Jahr „bekannte“ Gesichter machte Ulrich Blau in der „Grenzburg“ aus, als er gestern gemeinsam mit Andrea Hintze, Vorsitzende des Vereins „Bisdede“, die Gäste zum Neujahrsempfang der Gemeinde Mühl Rosin begrüßte. Das wollte der Bürgermeister denn aber als gutes Zeichen verstanden wissen: „Das heißt ja auch, dass sich eben sehr viele für die Gemeinde engagieren und es verdienten, dass wir sie für ihre ehrenamtliche Arbeit würdigen.“

Einige nannte der Bürgermeister stellvertretend. Herbert Schultz etwa, der sich als „Urgestein der Gemeinde“ für den Erhalt und die Pflege der Badestelle in Kirch Rosin einsetzte. Oder die Wohngemeinschaft des so genannten 6-WE-Blocks, die die Renovierung der Treppenaufgänge selbst vornahm und einen Fahrradständer baute. Oder Dieter Krolik, der sich als sachkundiger Bürger im Bauausschuss einbringt. Oder Gerd Schultz, der die Schachgruppe betreut. Oder, oder… Nicht vergessen wollte Blau die großen und die kleinen Vereine, die in der Gemeinde zu Hause sind und zahlreiche Veranstaltungen auf die Beine stellten. Mit dem Bisdede e.V., der die ehrenamtliche Arbeit insgesamt in Mühl Rosin koordiniert, sei zudem der Gemeinde viel von der Schulter genommen.

Doch auch einige Wermutstropfen machte der Bürgermeister aus, die das gemeinschaftliche Leben in der Gegenwart etwas trüben oder beeinträchtigen. So habe er eine verringerte Resonanz bei Großveranstaltungen der Gemeinde wie Sport- und Dorffeste registriert. Es sei halt auch eine andere Zeit geworden als noch vor zehn, 15 Jahren, mutmaßt der Bürgermeister, dass die damals „Wilden und Aktiven“ inzwischen auch älter sind.

Wermutstropfen schütteten „übergeordnete Institutionen“ in den Kelch. „Die schauen uns genau in die Kassen“, sagt Blau und führt die aktuelle Diskussion um den Laager Flughafen als Beispiel an. „Woher sollen die Finanzen kommen? Von Umlagen. Die Umlagen aber sind wir alle!“ Ein weiterer Kritikpunkt des Bürgermeisters: die geforderte betriebswirtschaftliche Rechnungsführung für die Gemeinde. „Betriebe müssen Gewinne machen. Wovon soll die Gemeinde aber denn einen Gewinn erwirtschaften?“ Auch die Kreisreform ließ Blau nicht außen vor. Bevor man heiratet, muss man die Finanzen klären, meint der Bürgermeister. Hinterher die Kommunen haftbar machen, das sei nicht in Ordnung.


 

 

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