Gülzow-Prüzen : Nach Wettkampf in Feierlaune

Feuerwehren und Gemeinde feierten: Martin Migge und Mirko Warnick (Feuerwehr Gülzow), Bürgermeister Karl-Heinz Kissmann sowie Tim Brandenburg und Ronny Wenzel (Feuerwehr Karcheez). Fotos: Regina mai
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Feuerwehren und Gemeinde feierten: Martin Migge und Mirko Warnick (Feuerwehr Gülzow), Bürgermeister Karl-Heinz Kissmann sowie Tim Brandenburg und Ronny Wenzel (Feuerwehr Karcheez). Fotos: Regina mai

Feuerwehrleute beherrschte Szenerie in Mühlengeez: Nach Amtausscheid feierten Gülzow und Karcheezer Wehr Geburtstag.

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14. Mai 2018, 05:00 Uhr

Anstrengung, Entspannung und Lebensfreude machten den großen Tag der Feuerwehren am Sonnabend in Mühlengeez aus. Die Gülzower Wehr feierte ihren 80. Geburtstag, die Karcheezer Wehr ihren 70. – ein guter Anlass gleich auch den Amtausscheid der Wehren des Amtes Güstrow-Land auszurichten und das Ganze mit einem Gemeindefest Gülzow-Prüzen zu verbinden.

Vieler Helfer und unzählige freiwillige Stunden Aufbauarbeit bedurfte dies. „Aber wenn schon, dann richtig“, betonte Ronny Wenzel, Wehrführer in Karcheez und lobte generell die Zusammenarbeit zwischen Wehren und Gemeinde. Bürgermeister Karl-Heinz Kissmann sieht die Wehren als Aktivposten in der Gemeinde. Sie würden ihre Aufgaben erfüllen. „Und sie sind wichtig für den Zusammenhalt in der Gemeinde. Die Kameraden machen viel über ihre eigentliche Arbeit hinaus“, hebt der Bürgermeister hervor.


Mehr Hilfeleistungen nach Unwetter

Mehr als 20 Einsätze fahren die Wehren in Karcheez und Gülzow im Jahr. „Über die Hälfte davon sind technische Hilfeleistungen. Vermehrt durch Unwetter verursachte Schäden sind zu beheben“, berichtet der Karcheezer Wehrführer, der sich auf 28 aktive Kameraden stützen kann. Eine Jugendwehr gibt es gemeinsam mit den Gülzowern und den Klein Upahlern. Auch Gülzows Wehrführer Martin Migge zählt 28 aktive Kameraden. Gespannt ist er auf das Ergebnis der Brandschutzbedarfsplanung, die derzeit läuft. Die Technik in beiden Wehren sei in die Jahre gekommen, so dass an Ersatz gedacht werden muss. Die personelle Ausstattung bezeichnet Ronny Wenzel für Karcheez noch als recht gut. „Aber das bleibt nicht so. Wir müssen uns um Nachwuchs kümmern“, denkt der Karcheezer. So sahen die Kameraden die Veranstaltungen am Sonnabend auch als Werbung in eigener Sache.

„Feuerwehr und Familienfest – das passt zusammen“, meint Edeltraut Klee, Vorsitzende des Kultur- und Sozialausschusses der Gemeinde. „Ich finde es toll und die Resonanz ist sehr gut“, betont sie. Den Kindern wurde allerlei Unterhaltung geboten. Die Erwachsenen hatten Zeit zum Plaudern.


Amtsausscheid: Lüssow/Karow vorn

Noch völlig entspannt legen die Kameraden der Freiwiligen Feuerwehr Karcheez alles bereit und treten beiseite. Das Startsignal ertönt und die Karcheezer legen den Schalter um. In rasantem Tempo bauen sie eine Wasserversorgung auf. Dabei müssen sie einen provisorischen Tunnel durchqueren. Kein Problem. Nur 56,91 Sekunden benötigen sie bis der Wasserstrahl sein Ziel erreicht hat. Löschangriff nass heißt die Paradedisziplin eines jeden Feuerwehrwettkampfes. Am Sonnabend traten zwölf Wehren und zehn Jugendfeuerwehren des Amtes Güstrow-Land beim Amtsausscheid an. Am Ende standen die Kameraden der Wehr Lüssow/Karow ganz oben auf dem Treppchen. Bei den Jugendwehren hatten die Tarnower als Gastmannschaft die Nase vorn.

Acht Stationen waren zu absolvieren. Dabei war zum einen eine gute Ausbildung unter Beweis zu stellen, zum anderen Teamgeist gefragt. Auch der Spaß sollte nicht zu kurz kommen. Etwas außergewöhnlich gestaltete sich die Knoten-Station. Ziel der Übung war es ohne Manneskraft einen Tisch aufzustellen. Dabei sollten die Flaschen darauf stehen bleiben. Als Hilfsmittel standen Bockleitern, jede Menge Seile, ein Fahrzeug und ein Traktor zur Verfügung. Als beispielsweise die Sarmstorfer Kameraden alles bereitet hatte, war die vorgegebene Zeit abgelaufen. Sie probierten es dennoch. Die Flaschen fielen um. Dennoch notierte Standbetreuer Karsten Stieb sechs Punkte – guter Durchschnitt. Denn eigentlich hatten die Sarmstorfer fast alles richtig gemacht.

Der Ausscheid habe wieder einmal gezeigt, dass der Ausbildungsstand der Feuerwehren im Amt Güstrow-Land sehr gut sei. Viele Wehren lagen bei der Abrechnung dicht beieinander. „Wir haben etwa 220 Kameraden auf dem Platz – Akteure und Bewerter“, sagt Amtswehrführer Ronald Knüppel nicht ohne Stolz auf eine stabil hohe Beteiligung. Der große Aufwand lohne sich, denkt der Amtswehrführer: „Es ist eine gelungene Veranstaltung. Das zeigen positive Reaktionen.“


Einsatzbereitschaft tagsüber bleibt Problem

Das Miteinander von Feuerwehren und Gemeinden sei insbesondere, wenn es ums Geld geht, sehr wichtig, betont der Amtswehrführer. Derzeit gehe es im Amtsbereich bei einigen Gemeinden um den Ersatz alter Feuerwehrtechnik. Froh ist Ronald Knüppel , dass die Löschwasserversorgung – seit Jahren ein Problem – mehr in den Fokus gerückt ist. Neue Löschteiche werden gebaut – in Plaaz, Klein Upahl, Kuhs usw. Sorgen bereitet ihm nach wie vor die Einsatzbereitschaft am Tage Bei zu wenig Leuten bedarf es der Alarm- und Ausrückgemeinschaften, um den Grundbedarf absichern zu können.
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