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Bärenerwachen : Nach drei Monaten Ruhe mopsfidel

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bärenerwachen im Natur- und Umweltpark / Fred und Frode wieder in der Raubtier-WG zu beobachten

Aufgeregt drängeln sich die Mädchen und Jungen aus der Kita „Zwergenhaus“ an der Glasbrüstung. Hinten am Tor, in sicherem Abstand, lugt Frode schon durchs Gatter. Gleich wird auch Fred hinzustoßen: Bärenerwachen im Natur- und Umweltpark! Das Braunbärenbruderpaar hatte sich in den vergangenen Tagen schon angekündigt, wurde in seiner Höhle unruhig, berichtet Petra Koppe. „Das ist ihre innere Uhr. Wenn es ihnen zu warm wird, erwachen sie aus ihrer Winterruhe und wollen raus“, erzählt die Tierpflegerin.

Es liege in ihrem Wesen, dass die Bären im Nup nach rund drei Monaten Ruhezeit nicht mehr in der Enge ihrer künstlichen Höhle liegen wollen. Anders als in der Natur, bekommen sie hier bei Bedarf von ihren menschlichen Betreuern Futter, wenn sie sich regen. „Würden sie in freier Wildbahn leben, könnten sie jetzt nichts zum Fressen finden. Erst im März beginnt die Vegetation zu wachsen, dass die Bären ausreichend Triebe finden“, erklärt Petra Koppe. Im Nup wartet auf Fred und Frode jetzt etwas Salat. Koppe: „Wir fangen mit leichter Kost an. Sie müssen sich ja an die Nahrungsaufnahme erst wieder gewöhnen. Später gibt es auch Fisch.“ Lediglich 2000 Kilokalorien benötigten die Bären jetzt täglich, das steige bis zum Sommer noch auf das Zehnfache.

Als sich für die beiden Bären das Tor ins Freie öffnet, scheint Frode schneller wach zu sein als sein Bruder Fred. Deutlich mobiler hoppelt der etwas Kräftigere der Beiden, etwas tapsig wirkend, aber sicher, über das Terrain. Scheinbar machen Schnee und Glätte auf den Steinen ihm gar nichts aus. Obwohl die Tiere seit Anfang November im Ruhezustand schlummerten, können sie sofort wieder laufen. „Das könnte ein Mensch nach so langer Zeit Liegen nicht“, weiß Koppe. Die Bären nutzen ihre „Freiheit“ auch sofort weidlich aus, tollen umher, schubbern sich das Fell, stellen sich zum „Kampf“ auf, balgen sich. „Das ist alljährlich wiederkehrendes Ritual“, freut sich Tierparkleiter Klaus Tuscher, „da muss man sich nicht sorgen, die spielen nur.“

Die „Zwergenhaus“-Kinder wissen das längst, erfreuen sich an dem Spiel der zehnjährigen Raubtiere. Im Vorschulunterricht sind sie monatlich im Nup und wollten gestern eigentlich nur die Wölfe füttern. Die Eigenarten der Bären sind ihnen schon vertraut, seit sie die Petze als Ausflugsthema hatten. Bis Anfang November können sie sie nun bei ihrem Herumtollen im Nup wieder beobachten.

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