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Güstrow : Nach der Jubiläumsgala das Aus verkündet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Anja Lambert feiert zehn Jahre „Fanatic Dance“ und muss wegen einer Krankheit das Tanzstudio schließen.

Ein Feuerwerk beschloss am Sonnabendabend die Gala zum zehnjährigen Bestehen des Tanzstudios „Fanatic Dance“ Güstrow. Zuvor gab es aber in der Glasewitzer Chaussee ein tänzerisches Feuerwerk. Denn Anja Lambert, die sich vor zehn Jahren als 21-Jährige mit dem Studio selbstständig machte und sich einen Lebenstraum erfüllte, hatte in ihrer Einladung allen Gästen – Eltern und Großeltern der Tänzer, Freunde und Weggefährten – eine mitreißende Show versprochen. Sie hielt sich daran und erntete Stürme der Begeisterung. Mit ihrer unnachahmlichen Art spornte sie ihre Eleven zu Höchstleistungen an und zauberte mit den Minis, den Kids, den Teens und einem Minis-Eltern-Special ein atemberaubendes 120-Minuten-Programm vor allem mit Pop- und Hip-Hop-Tänzen auf und vor die Bühne. „Ich habe in meinem Studio 200 Tänzerinnen und Tänzer von zweieinhalb bis Ende 50. Was am Sonnabend gezeigt wurde, ist ein Ausschnitt von dem, was sie bei mir lernen. Und das haben sie hervorragend gemacht“, lobte die 31-Jährige.

Aber das Tanzstudio war in dem Jahrzehnt immer viel mehr als Tanzen und machte damit den Unterschied zu anderen Tanz-Angeboten. „Wir haben allerdings klein angefangen, mit zehn Tänzern. Dementsprechend wurden wir belächelt. Aber mein Konzept ging auf“, schildert Anja Lambert den Anfang. Das wollte die „Magie des Tanzens“ den meist Kindern und Jugendlichen auf eine ganz besondere Art nahebringen. Anja Lambert: „Fanatic Dance wurde zu einem Zufluchtsort und einem Sprachrohr. Die Kinder sollten sich hier ausleben, Tanz als Ressource kennen lernen, ihr Selbstbewusstsein stärken und etwas mit auf den Weg ins Leben nehmen.“ Die temperamentvolle Frau brachte dafür alle ihre Energie ein und schaffte es, ihre Ideen zu den Tänzern zu transportieren.

Das Schicksal will es aber, dass Anja Lambert ihren Lebenstraum nicht mehr weiter träumen kann. Eine schwere Krankheit, die jetzt entdeckt wurde, zwingt sie ihr geliebtes Studio zu schließen und sich von ihren ihr längst ans Herz gewachsenen Tänzerinnen und Tänzern zu verabschieden. „Als ich von meiner Krankheit erfuhr, habe ich fünf Tage geheult. Aber es geht nicht anders. Ich muss diesen Tribut zollen, auch wenn es sehr, sehr schwer fällt“, sagte sie mit Tränen in Augen. Ihren Tänzern, den Eltern, vielen Großeltern und Freunden geht es genauso.

Was geschieht nun aber weiter? Bis Ende des Jahres bleibt das Studio geöffnet. Wenn kein Nachfolger gefunden wird, wird es Anfang Januar geschlossen. Anja Lambert wird trotz dieses Schicksalsschlages den Kopf nicht hängen lassen. „Ich werde Psychologie studieren und weiter etwas mit Kindern und Jugendlichen machen“, sagt sie der Krankheit den Kampf an.

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