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Güstrower Anzeiger

23. November 2017 | 12:19 Uhr

Güstrow : Nach dem Abitur eine Weltkarriere

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Claudia Wagner lernte einst am John-Brinckman-Gymnasium und bei der SVZ – heute ist sie eine erfolgreiche Geschäftsfrau und wir stellen sie vor.

Die Schulzeit ist für viele schon lange Vergangenheit. Sie bringt Erinnerungen und Erlebnisse mit sich. Die meisten Menschen denken gerne an diese Zeit zurück. Nach dem Abitur zerstreuen sich jedoch die Wege der Schüler. Um alle nur für einen Tag wieder zusammenzubringen, veranstaltet das John-Brinckman-Gymnasium am 30. September ein Altschülertreffen. Auch Claudia Wagner wird dabei sein. Ihr Weg führte sie aber nicht nur in die nächste größere Stadt, sondern nach Großbritannien, Südafrika und Australien.


Nach der Schule bei der SVZ volontiert


Das John-Brinckman-Gymnasium, damals Erweiterte Oberschule (EOS), besuchte Claudia Wagner von 1988 bis 1990, zu Zeiten des Mauerfalls. „Es waren sehr bewegte Zeiten“, sagt Claudia Wagner. Auch die SVZ spielte in ihrer Schulzeit eine große Rolle. Nach dem Abitur machte sie bei ihrer Heimatzeitung ein Volontariat und konnte somit den Umbruch von einer parteikontrollierten zu einer unabhängigen Zeitung hautnah miterleben. Die Wiedervereinigung öffnete Claudia Wagner alle Türen, sagt sie: „Unsere Welt hat sich innerhalb von Wochen komplett geändert.“

Noch während des Wirtschaftsstudiums mit den Schwerpunkten Marketing und Psychologie entschied sie sich für ihren ersten großen Auslandsaufenthalt. In London studierte sie die englische Sprache, welche sie bis dahin kaum kannte, weil sie in der Schule nur Russisch und Französisch lernte. Die fehlenden Sprachkenntnisse holte Claudia Wagner auch in ihrer internationalen Wohngemeinschaft auf. Die dort geknüpften Freundschaften bestehen noch immer, und auch die große Liebe lernte sie dort kennen. Das Leben in London ist jedoch sehr teuer. Ihre Ersparnisse allein reichten da nicht aus. Claudia Wagner half in einer Autoversicherung aus und traf so auf unterschiedlichste Menschen und lernte somit auch von den verschiedensten Dialekten. „Einmal musste mir ein Mann aus Jamaika seinen Namen drei Mal buchstabieren, und auch danach habe ich ihn immer noch nicht verstanden. Wenn Germany in Great Britain auf Jamaica trifft…“, erinnert sich Claudia Wagner. Später, Anfang der 2000er-Jahre, leitete Claudia Wagner in Bristol für einen Genußmittelkonzern ein Corporate Branding Projekt, also die Entwicklung einer Unternehmensmarke.

Ein Höhepunkt ihrer Karriere war eine Tätigkeit in Südafrika. Sie entwickelte dort eine Social-Media-Strategie. Wieder mal erlebte sie den gesellschaftlichen Umbruch eines Landes mit – politisch, kulturell und ökonomisch. „Mitten in diesem Wandel zu sein, den herausforderungsvollen Umbruch mitzuerleben und mit Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenzuarbeiten, war immens bereichernd“, weiß Claudia Wagner rückblickend. Besonders prägend sind ihr das Apartheid-Museum, die Trennung von hell- und dunkelhäutigen Menschen und die Gefängniszelle Nelson Mandelas in Robben Island in Erinnerung.


In London, Südafrika und Australien gelebt


Trotz des guten Jobs hing Claudia Wagner vor drei Jahren ihre Karriere an den Nagel. „Mit Rucksack und ohne Rückfahrticket bin ich nach Australien geflogen“, erzählt sie. Ein halbes Jahr reiste sie durch den ganzen Kontinent und arbeitete bei einem Radiosender in Melbourne. Diese Reise bereue sie keine Sekunde, sagt sie: „Mit 42 Jahren habe ich das nachgeholt, wovon ich träumte, als ich jung war.“ Heute ist Claudia Wagner verpartnert und lebt in Hamburg.

In ihrem bisherigen Leben hat sie viel erreicht. „Ich hatte eine tolle Karriere, bin viel gereist und unterstütze andere junge Frauen, auch als Mentorin, auf ihrem Weg“, fasst Claudia Wagner ihr bisheriges Leben zusammen. In Deutschland, gründete sie ihr eigenes Unternehmen, Wagner International Communications, und hilft Firmen als Interimsmanagerin und Beraterin.

Keinen ihrer Auslandsaufenthalte möchte Claudia Wagner missen. Jede Erfahrung war ein großer Schritt zu ihrem jetzigen Leben. Im John-Brinckman-Gymnasium fing alles mit der „lebhaften, aufgeschlossenen und kontaktfreudigen Schülerin“ an – und sicher ist ihre Karriere noch lange nicht zu Ende. Internationale Kommunikation und das Reisen werden immer ihre Leidenschaften bleiben. „Wer weiß, wohin es uns noch so treibt…“, fragt sie sich selbst manchmal. Ihre Vorfreude auf das Altschülertreffen sei jedenfalls groß.


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