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Korffsche Villa Güstrow : Nach 100 Jahren wieder Schmuckstück

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Seit einem Vierteljahrhundert wird Korffsche Villa am Güstrower Bahnhofsvorplatz als Arztpraxis genutzt

svz.de von
erstellt am 05.Apr.2016 | 07:00 Uhr

Das Haus in der Speicherstraße 31 gehört zu den Visitenkarten der Barlachstadt. Für Bahnreisende ist die 1912 von dem Laager Landbaumeister Rudolf Korff errichtete und inzwischen sanierte Villa am Bahnhofsvorplatz ein Blickfang. In diesen Tagen wird in dem Haus ein kleines Jubiläum gefeiert: Seit 25 Jahren befindet sich in dem Gebäude eine Arztpraxis, die seit neun Jahren in zweiter Generation geführt wird. 1991 erwarb Dr. Hartmut Bennöhr die Villa und richtete darin eine Praxis für Allgemeinmedizin ein. Gemeinsam mit der Physiotherapie Harloff wurde die Grundsanierung des Hauses in Angriff genommen. „Vor uns lag damals ein großer Berg an Arbeiten. Die Villa war auch durch die intensive Nutzung zu DDR-Zeiten stark verwohnt“, erinnert sich Hartmut Bennöhrs Ehefrau Anke. Sie erforschte in Archiven die Geschichte des Hauses.

Gebaut hatte Korff die Villa im Auftrag von Paul Magdeburg, der mit seinen Brüdern unter anderem die Gleviner Mühle an der Plauer Straße als Firma „Gebrüder Magdeburg“ betrieb. 1953 wurde er inhaftiert und wegen „Wirtschaftsverbrechen“ verurteilt und enteignet. „Danach zog das polnische Konsulat in das Haus ein, es wurde für kurze Zeit Sitz der FDJ-Kreisleitung, der Konsum nutzte es und bis zur Wende diente die Villa als Internat für Laborantinnen-Lehrlinge“, fasst Anke Bennöhr ihre Recherchen zusammen.

2007 übernahm Dr. Gundolf Bennöhr die Praxis und damit die Verpflichtung, die Sanierung des Hauses zu vollenden. Der Sohn führte die hausärztliche Versorgung der Patienten des Vaters fort und richtete eine diabetologische Schwerpunktpraxis ein. Nach diesen Erfordernissen wurde das Haus konzipiert: Im geräumigen Treppenhaus befindet sich das Wartezimmer, im ehemaligen Wintergarten die Rezeption und im früheren Herrenzimmer mit der wieder hergestellten Stuckdecke das Sprechzimmer. In der oberen Etage sind Labor, Wartezimmer und Schulungsräume untergebracht. Im Dachgeschoss sind seit 2015 zwei Wohnungen vermietet.

„Nach 100 Jahren war es an der Zeit, das Dach zu sanieren“, berichtet Gundolf Bennöhr. Die Arbeiten, bei denen Biberschwänze verlegt und kupferne Dachrinnen angebracht wurden, geschahen in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege. Auch der gelblich-beige Außenanstrich, der das Lindgrün ersetzt, wurde mit der Behörde besprochen. 2015 konnte die Sanierung abgeschlossen werden. „Es ist wieder ein Schmuckstück geworden“, sind sich Mutter und Sohn einig.

 

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