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Aktion „Kunst offen“ : Musik und Bilder auf dem Kornboden

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Alte Wassermühle Kölln profilierte sich ein weiteres Mal als „Kulturmühle“ / Malerei und Fotos in drei Etagen / Viele Besucher kamen

svz.de von
erstellt am 26.Mai.2015 | 04:00 Uhr

Wochenlang hatte sie aufgeräumt, gefegt und geputzt: Über Pfingsten nun konnte die Gemeinschaft engagierter Künstler in der alten Wassermühle Kölln in drei Ausstellungsräumen zur Aktion „Kunst offen“ und zum gestrigen Mühlentag die Besucher begrüßen. Und diese stapften zahlreich die engen Treppen in dem einstigen Mühlengebäude empor. Bis hoch zum ehemaligen Kornboden in der dritten Etage, der dank der fleißigen Arbeit der Enthusiasten zum ersten Mal als Ganzes für eine Ausstellung genutzt werden konnte. Mit seinen rustikalen Wänden und den urigen Fachwerkbalken, vor allem aber mit dem vielen Platz bot der Boden eine hervorragende Ausstellungskulisse für die großformatigen Ölgemälde des Güstrower Malers und Bildhauers Henning Spitzer. Nachdem er sich im letzten Jahr noch mit dem halben Platz begnügen musste, konnte er diesmal 82 Bilder zeigen. „Die Bilder wirken wunderbar vor den urbanen Wänden“, schätzte neidlos seine „Maler-Kollegin“ Theresa Jelinski ein, die im Erdgeschoss erstmals mit einer Ausstellung ihrer kleinformatigen Bilder vertreten war. Während Henning Spitzer (44) sich durch seine rege Ausstellungstätigkeit und sein produktives Schaffen bereits einen Namen als Künstler machte, steht die 32-jährige BWL-erin, die als Controllerin in der Verwaltungsfachhochschule arbeitet, erst am Anfang ihrer künstlerischen Karriere.

Auch sonst gibt es Kontraste. Während Theresa Jelinski für ihre Bilder kräftige, lebendige Farben bevorzugt und dadurch fröhliche Stimmungen herbei zaubert, hält es Spitzer mehr mit dunklen, schweren Erdtönen. „Ich leg’ mein Leben in meine Arbeiten. Jedes einzelne Bild ist für mich ein Kraftakt“, gesteht er bei der Vernissage dem Publikum. Und dies sieht man den Bildern an, die vor Energie nur so strotzen und von denen so manches mehrere Male übermalt wurde, bevor der Künstler wenigstens in etwa zufrieden mit ihnen war. „Meine Bilder sind allesamt noch nicht fertig“, sagt Spitzer. Er hoffe auf eine weitere Entwicklung, meint er bescheiden. „Eigentlich bin ich kein Maler, sondern ein Bildhauer, der vor fünf Jahren auch zur Malerei gefunden hat“, sagt er. Schon auf ein reiches künstlerisches Schaffen kann auch die Fotografin Kristin Kastl-Tomaschko verweisen, die in der zweiten Etage der Mühle ihre beeindruckenden Arbeiten zeigte. Neben aus drucksstarken Fotos auch selbst gemalte Bilder mit einem tiefen Symbolgehalt.

Wie so oft trafen sich auch am letzten Wochenende an dem großen Tisch in ihrem Atelier Aussteller und Besucher zum Plaudern.

Wobei der Duft nach Flieder aus großen Vasen sowie nach Kaffee und Kuchen, vor allem aber die wunderbare Musik vom „Kornboden“ für eine einmalige Atmosphäre sorgten. Mit seiner Klarinette ließ Lothar Reißenweber, der Hauptinitiator der Entwicklung zur „Kulturmühle“ ist, die „Moldau“ von Smetana fließen und zusammen mit Freunden Tangos erklingen. „Eine super Musik, interessante Bilder. Es ist sehr schön hier“, fanden nicht nur die Besucher Heleen Vermij und Piet Ritsema aus Kirch Kogel.

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