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Güstrower Anzeiger

21. August 2017 | 10:17 Uhr

Muller: Minister setzt falsches Signal

vom

Laage | Irritiert reagiert Flughafen-Chefin Maria Anna Muller auf die jüngsten Äußerungen von Infrastrukturminister Volker Schlotmann (SPD), die Zuschüsse des Landes für den Flughafen Rostock-Laage ab 2016 völlig zu streichen. "Warum diese Aussage so harsch ist, kann ich nicht sagen. Man muss sie vielleicht politisch interpretieren", so Müller gestern gegenüber unserer Zeitung. An den hohen Subventionen für die Flughäfen in Mecklenburg-Vorpommern gibt es seit Jahren Kritik. Deshalb will Schlotmann die Landeszuschüsse jetzt schrittweise drosseln (SVZ berichtete). Von in diesem Jahr noch 750 000 Euro für Rostock-Laage erfolgt bis 2016 eine Reduzierung auf 300 000 Euro. Danach will das Land überhaupt kein Geld mehr für den sich in der Verlustzone befindlichen Flughafen geben. "Besonders für die Wirtschaft sind solche Signale verheerend", sagt Maria Anna Muller.

Eine Beteiligung des Landes an der Betreibergesellschaft des Flughafens Rostock-Laage, der bislang die Stadt und der Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage angehören, schloss Schlotmann aus. "Es hat Gespräche mit den Gesellschaftern und der Geschäftsführung gegeben. Wir sind uns einig, dass die Potenziale des Flughafens noch besser erschlossen werden müssen. Wir brauchen neue Flugverbindungen und auf den bestehenden Routen mehr Flüge", erklärte Schlotmann.

Mit diesen Aussagen stimmt die Flughafen-Chefin überein, hebt aber zugleich hervor: "Umso weniger Unterstützung, umso weniger Entwicklung." Zum einen betone Schlotmann die besondere Bedeutung des Flughafens für MV, wolle zum anderen aber die Zuschüsse streichen. "Wir wollen mehr Airlines nach Rostock-Laage holen. Aber solche Nachrichten sind kontraproduktiv. Was macht das für einen Eindruck auf die Fluggesellschaften, die vor Ort investieren wollen? Sie könnten den Eindruck gewinnen, dass das Land nicht zu seinem Landesflughafen steht", sagt Maria Anna Muller. Die Aussagen des Infrastrukturministers seien ebenfalls das falsche Signal für die Unternehmen, die sich rund um den Flughafen angesiedelt haben oder es noch wollen. "Diese Ansiedelungen gibt es nur, weil der Flughafen da ist", sagt sie.

Maria Anna Muller unterstreicht aber auch, dass das Land keine gesetzliche Verpflichtung habe, den Flughafen zu bezuschussen. Das sei die Aufgabe der Gesellschafter. Dennoch ist der Betrieb des Flughafens ohne diesen Zuschuss schwer. "Die Frage ist jetzt, ob es bis 2016 möglich ist, die Verluste des Flughafens so weit zu reduzieren, so dass die Gesellschafter sagen, dass sie es ohne das Land schaffen können", so die Flughafen-Chefin. Was passiere, wenn die Gesellschafter die Verluste nicht allein ausgleichen könnten, lässt sie offen. "Wir wissen jetzt noch nicht, wo wir 2016 stehen."

Nach Darstellung des Landesrechnungshofes sind alle Flughäfen in MV weit von einem wirtschaftlichen Betrieb entfernt. Auch Rostock-Laage als größter Flughafen des Landes arbeite nicht kostendeckend. "Regionalflughäfen in Deutschland, die größer sind als Rostock-Laage, verdienen ebenfalls kein Geld. Regionalflughäfen in Profit zu bringen, ist nicht möglich. Das ist eine Tatsache in Deutschland", sagt Maria Anna Muller. Das zu Ende gehende Jahr sei sehr schwer gewesen für Rostock-Laage. Langer, harter Winter, Reparaturarbeiten an der Start- und Landebahn, das Problem mit der Luftverkehrsabgabe sowie der verregnete Sommer, der weniger Besucher nach MV gebracht habe, nennt sie einige Probleme. "Es sind wirtschaftlich harte Zeiten. Viele Fluggesellschaften sparen ein. Ich mache mir keine Illusionen. Gerade die Regionalflughäfen werden weiter um ihre Existenz ringen. 2012 wird kein Ponyhof", so die Flughafen-Chefin.

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erstellt am 27.Dez.2011 | 07:21 Uhr

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