Der heisse Draht : Mütterfrust über Spielplatzdreck

Kathrin Büttner (l.) und Anna-Maria Rufin
Foto:
1 von 2
Kathrin Büttner (l.) und Anna-Maria Rufin

Anna-Maria Rufin und Kathrin Büttner ärgern sich über Missachtung ihrer Initiative und der Kinder vom Spaldingsplatz.

von
16. Juni 2016, 05:00 Uhr

Enttäuschung und Ärger machen sich breit bei Kathrin Büttner und Anna-Maria Rufin. Zum dritten Mal hatten die beiden Güstrower Mütter Anfang des Monats den Spielplatz auf dem Spaldingsplatz von Unrat gereinigt. Doch ein Ergebnis ihrer Bemühungen war, dass sich auf die Ankündigung auf Handzetteln und Plakaten diesmal am Sonnabendvormittag gar niemand zu ihnen gesellen wollte. „Während beim letzten Mal ein junger Vater bereitwillig mitgeholfen hatte, fühlte sich dieses Mal offenbar niemand zuständig“, bedauert Anna-Maria Rufin. Dabei hätte es erste Reaktionen bereits gegeben. „Die Leute merken, dass der Spielplatz sauberer ist. Und nach unserem ersten Saubermachen waren mehr Kinder als sonst auf dem Spielplatz“, habe die zweifache Mutter beobachtet, seit sie Anfang April und Anfang Mai schon zweimal zu Harke, Schutzhandschuhen und Abfalleimer griffen.

Was die Mütter noch mehr ärgert: Der „Nachschub“ an Unrat scheint nicht zu versiegen. Jedes mal fänden sich schon kurz nach ihrer Putzaktion wieder Hundekot, Kronkorken, Zigarettenkippen, Plastikabfall und Glasscherben auf dem Rasen und im Spielsand verstreut. Den Mitarbeitern des Baube  triebshofes könne da kein Vorwurf gemacht werden, sie leerten täglich die Mülleimer – sofern der Unrat den Weg dorthin findet.

„Die Stadt scheint dem Problem recht hilflos gegenüber zu stehen“, denkt Henning Klafs, Vater von drei Kindern, mit denen er am Spaldingsplatz wohnt. „Mittlerweile hat auch die Stadt Güstrow einen einzigen Reinigungsversuch unternommen, jedoch wurde hierbei lediglich neuer Kies über den verdreckten Sand verteilt. Ein wirklicher Versuch, den Platz zu sanieren, fand nicht statt“, stellte Henning Klafs fest.

Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes, bestätigt: „Der Spielplatz am Spaldingsplatz ist einer von denen, die uns am meisten Sorgen machen.“ Immer so drei bis fünf der 38 Spielplätze im Stadtgebiet wären solche Sorgenkinder des Baubetriebshofes. Dessen Kollegen hätten gerade das Dach des Spielhauses in der Reparatur, auch wurde kürzlich Fallsand aufgefüllt. Weber: „Wir werden den KOSD, den Kommunalen Ordnungs- und Sicherheitsdienst, bitten, dort öfter hinzuschauen, wer da was wegwirft. Fakt ist: Es sind unsere Bürger. Ich kann nur an alle appellieren, mit Rücksicht auf die Kinder sich in der Öffentlichkeit ordentlicher zu verhalten.“

Dass Eltern aktiv sind, finde sie „ganz toll“, sagt die Amtsleiterin. Hoffnung auf Besserung der gesamten Situation kann sie jedoch nur für die Zukunft machen. Im Herbst, so meint Jane Weber, könnten die politischen Gremien die Umgestaltung des ganzen Spaldingsplatzes beraten. Vorstellung der Verwaltung sei, dass im nächsten Jahr geplant werden könne, dann würde die Neugestaltung des Spielplatzes dazu gehören. Bis zur Realisierung dauere es aber noch, muss Weber Wünsche auf rasche Änderung dämpfen.

Die zweiköpfige Mütterinitiative will bei allem Frust und Ekelfaktor noch nicht aufgeben. Anna-Maria Rufin und Kathrin Büttner kündigen an: „Es wird ein nächstes Mal geben, und zwar am Samstag, den 2. Juli, von 9 bis 11 Uhr.“ Dabei brauchten sie gar nicht so lange, bis alles eingesammelt ist. Hoffnung der Mütter: weitere Mitstreiter. Und mehr Respekt für ihr Engagement zum Wohle aller Kinder am Spaldingsplatz.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen