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Frühjahsrputz nicht als Privatsache : Mütter hoffen auf Mitstreiter

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrowerinnen laden ein zu regelmäßigen Putzaktionen auf Spielfläche am Spaldingsplatz.

von
erstellt am 11.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Zu einem ganz privaten Arbeitseinsatz trafen sich Kathrin Büttner und Anna-Maria Rufin am Sonnabendvormittag auf dem Spaldingsplatz. Und doch dürften viele etwas von der Initiative der beiden Mütter haben, vor allem kleine Kinder, die auf der grünen Insel in der steinernen Innenstadt gerne spielen. Oder auch: spielen würden, würden da nicht ständig Gefahrenmomente lauern. Hundehaufen, Glasscherben, Kronkorken, Plasti… alle denkbaren Abfälle – eimerweise Unrat harken die Frauen zusammen und pulen sie aus dem Spielsand.

Anfang des Jahres sei sie zum Spaldingsplatz gezogen, berichtet Kathrin Büttner (36). Der Spielplatz direkt vor der Tür sollte für ihre drei Kinder, 11, 2,5 und gut 1 Jahr alt, ideal sein, dachte sie da. Für sie unvorstellbar, dass Mitmenschen sich so unachtsam mit ihrer Umwelt und so verantwortungslos Kindern gegenüber verhalten. In Anna-Maria Rufin (37) fand sie schnell eine Mitleidende. Vom Pferdemarkt kommt die Neu-Güstrowerin mit ihren 3,5 und etwas über 1 Jahr alten Kindern eigentlich gerne hierher. „Der Platz ist schön angelegt, mit den Geräten, dem Grün. Aber er hat zu viele Zugänge“, denkt sie, dass dies die Verunreinigung befördere. „Und ob die Altglas-Iglus hier richtig stehen?“, zweifelt Kathrin Büttner, wohl wissend, dass es dafür kaum den idealen Standort gibt. Die Stadt jedoch, denken die Mütter, tue zu wenig für die Ordnung hier, wofür sie aber doch zuständig sei.

Am Sonnabend hätten zwei Jugendliche, die den Platz ebenfalls häufig zu Treffs nutzen, spontan geholfen. Auch Heiko Bretzke, aus der Schweriner Vorstadt mit Lebensgefährtin und Kindern (3/2) eigentlich zum Spielen gekommen, greift zur Harke. „Ich möchte ja auch, dass meine Kinder vernünftig und sicher spielen können“, sagt er.

Kathrin Büttner und Anna-Maria Rufin bauen darauf, dass der Spielplatzputz nicht ihr „Privatvergnügen“ bleibt, sich weitere Mütter, Väter, Großeltern, Jugendliche aus dem Quartier anschließen. Jeden ersten Sonnabend eines Monat wollen sie sich jetzt künftig von 9 bis 11 Uhr auf dem Spaldingsplatz treffen. „Wir wollen das eine Weile so machen und hoffen, dass es nicht vergebliche Liebesmüh ist“, sagt Anna-Maria Rufin.

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