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Krakow am See feiert sich : Müritz-Schiffsfahrt für Krakower

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Krakow am See feiert sich als 60-jährigen Kurort. Weitsicht der früheren Stadtväter gewürdigt. Kritik: Infrastruktur kommt in die Jahre.

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erstellt am 23.Okt.2016 | 21:00 Uhr

Die Freude sprang aus Siegfried Simats Gesicht: Eine Schiffsfahrt auf dem See hat er gewonnen! Allerdings nicht auf „seinem“, dem Krakower See, sondern auf der Müritz. Immerhin. Verdient hat sich der Krakower den von der Touristinformation ausgelobten Preis mit seinem Wissen über 60 Jahre seines Luftkurortes: Fehlerlos blieb nur noch ein weiterer Quiz-Teilnehmer – das Los entschied sich für Siegfried Simat, der seine Frau natürlich mitnehmen darf.

60 Jahre Kurort – die erstmalige Verleihung dieses Titels im Oktober 1956 war vielen Menschen in und rings um Krakow am See Anlass zur Feier. Die gestalteten sie auf besondere und doch Krakow-typische Weise: mit Tanz- und Musikformationen, mit Kultur-Darstellern verschiedenster Genres aus dem Ort und dem Amt. Der Kulturverein Alte Synagoge hatte zu dem bunten Kultur-Reigen in das ehemalige Gotteshaus eingeladen, und die Stühle wurden am Freitagabend knapp. Kulturverein und der Verein Krakower Seenland Tourismus hatten sich mit dem Kulturausschuss den Hut zur Vorbereitung des Tages aufgesetzt. Dazu bereiteten sie eine Ausstellung in der Alten Schule vor, die viele interessante Fotos und Dokumente aus der Kurort-Geschichte Krakows zeigt. Die Touristinformation präsentierte sich als Anlaufpunkt und führte einen einstündigen Film auf, der so manches „Das waren noch Zeiten!“ entlockte. Entstanden war der zur 700-Jahrfeier der Stadt, was wiederum daran erinnerte, dass Krakow in sieben Jahren sein nächstes Jubiläum hat.

In die Feierlichkeit mischten sich aber auch mahnende Worte. Die hatte sich vor allem Christoph Hübener reserviert. „Gerade in den letzten Jahren hielt die Entwicklung den Ansprüchen der Urlauber nicht mehr stand“, stellte der Vorsitzende des Touristvereins fest. Gründe dafür gebe es verschiedene, viele davon nicht hausgemacht. Wohl aber auch, wie Bürgermeister Wolfgang Geistert verdeutlichte: „Die Infrastruktur kommt in die Jahre.“ Doch sei man auch nicht untätig, wie die „Musik am See“, der neue Rastplatz am Dr.-Neubauer-Blick oder die lautlose Schifffahrt auf dem Krakower See aus diesem Jahr zeigten. Eine Frischkur für die Seepromenade und die Entwicklung des Heilwaldes sind nächste Ziele.

Als am 13. Januar 1956 der Krakower Bürgermeister in einem Brief an die Räte des Kreises Güstrow und des Bezirkes Schwerin die Situation beschrieb, verwies er unter anderem auf niedergegangene Betriebe in der Stadt (Spiritus, Möbel). Mit Blick auf „den Reichtum unserer Naturschönheiten“ gab er die Richtung für Krakow am See vor. Der Rat des Kreises beschloss daraufhin im Oktober vor 60 Jahren, dass sich Krakow am See Kurort nennen und eine Kurabgabe erheben darf. Heute sagt der Bürgermeister Geistert: „Wir können froh sein über die Weitsicht der damaligen Stadtväter.“ Und: „Der Tourismus ist für uns alternativlos.“

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