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Brinckmangymnasium Güstrow : Münzwurf entschied über Sieg

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Poetry Slam in Güstrow angekommen – Schüler der 9 a des Brinckmangymnasiums veranstalteten öffentlichen Wettstreit.

In Deutschland ist der Poetry Slam lange schon in aller Munde. Die Schüler des John-Brinckman-Gymnasiums kennen es aus dem Deutschunterricht. Jetzt fand ein Wettstreit der Slammer an der Schule statt, den Simon Stieger gewann.

Die Schüler der Klasse 9a beschäftigten sich nicht nur mit dem Thema, sie mussten sogar eigene Texte schreiben. Zwei Wettbewerbe fanden innerhalb der Klasse statt. Danach wurde in der Aula der Schule ein offener Abend veranstaltet, zu dem jeder eingeladen war. Zehn junge Slammer aus der 9a präsentierten dort ihre selbstgeschriebenen Texte zu den unterschiedlichsten Themen und bereitetem dem Publikum so einen angenehmen Abend. Die Bewertung übernahmen die Zuschauer. Acht Punktetafeln waren wahllos verteilt worden. Die Auserwählten jeden Vortrag. Bis zu zehn Punkte konnten vergeben werden. Von dem Technikteam, ebenfalls bestehend aus mehreren Schülern, wurde der beste und der schlechteste Wert gestrichen und der Rest zusammengezählt.

Simon Stieger sprach in seinem Slamtext über seinen christlichen Glauben und begeisterte . Insgesamt erreichte der Neuntklässler 38 Punkte. Mutig und mit lockeren Witzen und Wortspielen trug er seinen Titel „Mal anders betrachtet“ vor. „Anfangs war ich schon ziemlich nervös“, gibt Simon nach seinem Sieg zu. Nachdem er mit seiner Klassenkameradin Sarah Sternberg den gleichen Punktestand erzielt hatte, sollte ein Münzwurf entscheiden, den Simon schließlich gewann. „Bei den Wettbewerben in der Klasse haben andere gewonnen, daher war ich schon zuerst etwas verwundert“, ergänzt er.

Simon Stieger hat sich mit dem Glaubensbekenntnis auseinander gesetzt und einfach seine Gedanken dazu aufgeschrieben. „Einen Poetry Slam zu schreiben ist wirklich schwer, wo nehme ich bloß die Ideen her? Da hatte ich des Nachts einen Traum, der Teufel wollte meinen Glauben zerhauen. So schlug ich des morgens die Bibel auf und las das Glaubensbekenntnis am Tag darauf.“ So begann Simon seinen Vortrag in der Aula und hatte auch gleich die Aufmerksamkeit des Publikums.

Sein Slam enthält stets eine Zeile des Glaubensbekenntnisses und zwei Zeilen Gedanken und Kommentare dazu. „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen. Hm, warte. Allmächtig? Sind das nicht Merkel, Obama, Putin oder der IS? Das kann nicht sein. Wenn alle gleich mächtig sind, ist ja keiner mehr allmächtig“, heißt es in seinem Slam.

Die anderen neun Slammer der 9a traten mit ganz anderen Themen an. Sarah Sternberg schrieb über Abenteuer, Franziska Schreier und Johanna Raschke behandelten in ihren Slamtexten das Thema Liebe. Carlotta Raschke hingegen zauberte eine witzige Biografie eines Mannes aus dem Hut, in dem sie auf alle Aspekte des Lebens einging. Etwas ernster wurde es bei Leonie Bürger und Max Breyer, die über Selbstfindung und das Leben slammten. Jule Schade lehnte ihren Text an den Song „Stress out“ von Twenty One Pilots an, während Ronja Kölpin die Frage „Kennen Sie das?“ an die Zuhörer richtete und an witzige Situationen erinnerte, in der sich wahrscheinlich jeder schon einmal befunden hat. Ludwig von Kiedrowski sprach über das Reisen und erntete ebenfalls viel Beifall.
Auch in der Vortragsweise leisteten die Schüler und Schülerinnen beeindruckende Leistungen: Jule Schade trat sehr selbstbewusst und euphorisch auf, Ludwig von Kiedrowski hinterließ einen bleibenden Eindruck mit dramatischen Gesten und Handbewegungen, indem er sein schauspielerisches Talent einsetzte und wodurch es ihm möglich war, den Inhalt seines Textes gut rüberzubringen. Leonie Bürger hingegen überzeugte mit einer verzweifelten Stimme, aus der Sehnsucht sprach und was sehr gut zu ihrem Slam passte.

Deutschlehrerin Stefanie Gaul moderierte die Veranstaltung, die Lina Bernstein aus der 9a hatte die Organisation in besonderer Weise unterstützt. Die Schulband Crosswalk sorgte für musikalische Unterhaltung.

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