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Koitendorf am Radweg Berlin-Kopenhagen : Müll liegt seit 2012 am internationalen Radweg

vom

Holger Krebs hat Probleme, Verantwortliche zu finden. Ihm geht es um das Beseitigen einer illegalen Müllhalde. Allerdings wollten wir unseren Augen nicht trauen: Er entdeckte sie im Mai 2012 - und es gibt sie bis heute.

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2013 | 06:26 Uhr

Koitendorf | Unsere Suche nach den Verantwortlichen für die defekte Brücke an der Lüssower Brücke am internationalen Radweg Berlin-Kopenhagen (die Stadt ist es und sie repariert die Bank) hat unseren Leser Holger Krebs auf den Plan gerufen. Auch er hat Probleme, Verantwortliche zu finden. Bei ihm geht es um das Beseitigen einer illegalen Müllhalde. Allerdings wollten wir in seiner Mail unseren Augen nicht trauen: Er entdeckte sie im Mai 2012 - und es gibt sie bis heute.

SVZ geht Hinweis von Holger Krebs nach

Aber der Reihe nach: Am 18. August 2012 sandte er an den Landkreis Fotos und einen Lageplan der Müllhalde - ebenfalls am Radweg Berlin-Kopenhagen am Abzweig Koitendorf. Damals hätten nach seiner Meinung gute Chancen bestanden, an charakteristischen Einzelstücken Hinweise auf den oder die Verursacher zu erhalten. Krebs: "Die Reaktion der Verwaltung war recht überschaubar: Sie blieb aus."

Im Oktober 2012 folgte ein Telefonat mit der Sachgebietsleiterin Abfallbehörde/Immissionsschutz, Evelyn Drews. Die erklärte Holger Krebs, dass der Müll erst nach bestätigtem Haushalt des Kreises im November 2012 erfolgen könne. Zudem bestünde kein akuter Gefahrenherd, um zu handeln.

Am 10. Juni 2013 dann ein erneuter Versuch bei ihr mit dem Angebot unseres Lesers, für 50 Euro die Hinterlassenschaft zu beseitigen, weil der Müll ja immer noch nicht weg war. Holger Krebs schrieb das alles SVZ, damit durch unsere Zeitung "vielleicht etwas neuer Schwung in die Sache kommt".

Der Landkreis als verantwortliche Behörde liefert allerdings nur eine "allgemeine Antwort", weil die Amtsleiterin im Urlaub ist. "Grundsätzlich gibt es eine Zuständigkeit für die Beseitigung illegaler Müllablagerungen in frei zugänglichen Waldbereichen. Dies geschieht jedoch nur im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit des Landkreises, soweit von den Ablagerungen keine Gefährdung für Menschen oder das Grundwasser ausgeht", argumentiert Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm auf SVZ-Nachfrage. Nur in diesem Fall handele der Landkreis unverzüglich nach Bekanntwerden zur Gefahrenabwehr. Bei allem, was sicher zu Recht als Schandfleck empfunden werde, so die Sprecherin, könne der Landkreis nur eingeschränkt handeln, nachdem dafür mit der Haushaltsgenehmigung Mittel bereit stehen. Da diese 2012 erst im Dezember wirksam geworden sei, habe es 2012 keine Aktionen gegeben, um Müll zu entfernen. Für 2013 gibt es seit Ende Juli eine Genehmigung. Erst damit stehen Etatmittel bereit. Zühlsdorf-Böhm: "Zur Zeit wird eine Prioritätenliste erarbeitet, welche Schandflecken geräumt werden müssten. 20 000 Euro stehen bereit. Fachfirmen entsorgen den Müll. Hilfe von Privatpersonen können wir nicht in Anspruch nehmen." Das Umweltamt schätzt ein, dass die illegale Müllentsorgung "leider wieder zunimmt".

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