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Tag des offenen Denkmals : Motto 2015: Handwerk, Technik, Industrie

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Tag des offenen Denkmals am 13. September / Anmeldung bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

von
erstellt am 05.Feb.2015 | 03:00 Uhr

„Handwerk, Technik, Industrie“ lautet diesmal das Motto des Tages des offenen Denkmals am 12. September. Fabrikgebäude, Mühlen oder Brückenanlagen haben einen direkten Bezug zum Thema, macht die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aufmerksam. Eigentümer von historischen Bauten können ab sofort ihre Objekte zum Tag des offenen Denkmals anmelden, teilt die Stiftung als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit.

Bekanntermaßen ist das jährliche Motto nicht allzu eng zu sehen. So ermögliche das Thema den Veranstaltern technische Zusammenhänge und handwerkliche und industrielle Verfahren vorzustellen. Ein Bezug zum Thema ließe sich aber u.a. auch bei Sakralbauten oder historischen Bauern- und Bürgerhäusern herstellen. Hier könnten die Eigentümer auf das technische Know-how der traditionellen Gewerke eingehen, Handwerksbetriebe und Denkmalfachleute ihre Arbeitsmethoden präsentieren, schlägt die Stiftung vor.


Speicher, Eierlager und Wassertürme


Viele Teilnehmer am Tag des offenen Denkmals und ein straffes Programm sind die Güstrower seit Jahren gewohnt. Auch zum diesjährigen Motto wäre selbst mit direktem Bezug einiges in der Stadt zu entdecken. So hat das Kinder-Jugend-Kunsthaus in der Baustraße sein Domizil im Gebäude der ehemaligen Großherzoglich-Mecklenburgischen Staatstelegrafenstation von 1854. In Güstrow und in der Region gibt es Wassertürme – noch fast im Urzustand oder umgebaut –, die vorgezeigt werden könnten. Noch in den 1990er-Jahren wurde aus einem Eierlager an der Ecke Schwaaner Straße/Bredentiner Weg ein Geschäftshaus und im Werkweg wird ein altes Speichergebäude seit vielen Jahren im Bereich der medizinischen Versorgung genutzt. Alten Güstrowern ist es noch als Marmeladenfabrik bekannt. „Für an Architektur interessierte Menschen könnte es sicher interessant sein“, denkt Siegmar Krüger, Geschäftsführer des Ambulanten Zentrums. Das Gebäude aus rotem Backstein berge beispielsweise manch interessante Holzkonstruktionen in sich. Ob man am Tag des offenen Denkmals teilnimmt, das sei noch zu überlegen.


Güstrower Industriegeschichte


Dies kündigt auch Edgar Föniger, Geschäftsführer der Güstrower Stadtwerke auf SVZ-Nachfrage an, würde doch das Wasserkraftwerk Am Berge wunderbar zum Thema des Denkmaltages passen. „Es ist ein Stück Industrie- und Entwicklungsgeschichte in Güstrow“, betont Föniger. In den historischen Gebäude ist seit Jahren das Kundenzentrum der Stadtwerke untergebracht. Daneben funktioniert das Wasserkraftwerk, erzeugt grüne Energie, die in das Netz der Stadtwerke eingespeist wird. „Man glaubt es kaum, dass ein Wasserkraftwerk bei einem Höhenunterschied von 2,10 Meter funktioniert, aber es ist so“, betont Föniger und kann sich vorstellen, am Denkmalstag Führungen anzubieten. Das Wasserkraftwerk, das 1928 ans Netz ging, war um die Jahrtausendwende, als Güstrow Außenstandort der Expo 2000 in Hannover war, restauriert worden.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Am Denkmaltag werden in Deutschland seit 1993 am zweiten Sonntag im September selten oder nie zugängliche Kulturdenkmale geöffnet. 2014 waren es in Deutschland über 7500 Denkmale und vier Millionen Besucher. 


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