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Ull Eisel mit neuem Krimi : Mord in Teterower Galerie am Kamp

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Die Krimiautorin Ull Eisel ist bekannt für große Szenarien in ihrem bewegten Leben. Nun schreibt die 78-Jährige Krimis, mit lokalem Bezug. Ull Eisels Kommissare agieren in und um Güstrow und dabei vor allem in Teterow.

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erstellt am 05.Apr.2012 | 12:41 Uhr

Güstrow | Die neue Krimiautorin Ull Eisel ist bekannt für große Szenarien in ihrem bewegten Leben. In den 50ern baute sie in Pirna Flugzeuge mit, in den 60ern entwarf sie in Dresden Häuser. Versiert im Werkzeugmaschinenbau, erwarb sie über 40 Patente, in den 70ern studierte sie noch Philosophie und promovierte zur Einheit von Rationalem und Emotionalem. In den 80ern fungierte sie als Direktorin des Barlachmuseums Güstrow, und in den 90ern als Gründerin einer Kunsthof GmbH in Berlin, gemeinsam mit dem Enkel des Bildhauers Barlach.

Sie zeigte sich als Kunsthändlerin und Schlossherrin von Ulrichshusen und mehrere Jahre als Chefin der Domäne Neu Garz, einem Künstlertreffpunkt mit reich ausgestatteter Bibliothek, Theater, Weingalerie und Bad, das sie mit aufbauen und entwickeln half.

Nun schreibt die 78-Jährige Krimis, mit lokalem Bezug. Ull Eisels Kommissare agieren in und um Güstrow und dabei vor allem in Teterow. Ihren ersten Krimi hat sie "Paranoia" genannt. Er erschien kürzlich im BS-Verlag Rostock, einem kleinen Unternehmen, das bereits Bücher berühmter Autoren wie Wolfgang Schreyer, Rosemarie Schuder oder Jean Villain verlegte.

In dem Krimi geht es - wie könnte es anders sein - auch um große Szenarien, dabei um dunkle Machenschaften von Geheimdiensten, um eine verbrecherische Organisation, die sich National-Demokraten nennt, Europa weit agiert und auf ethnische Sauberkeit im jeweiligen Land bedacht ist. Faschistoid sozusagen, aber dabei viel schlauer und gefährlicher als Neonazis, da exponierte Persönlichkeit aus Politik und Gesellschaft Mitglieder sind.

Da sich einer der hochrangigen Protagonisten nicht an die Spielregeln hält, wird er kurzerhand eliminiert: Das geschieht durch finalen Handkantenschlag in der Galerie am Kamp in Teterow. Der zweite Tote lässt nicht lange auf sich warten. Die Kommissare finden ihn auf dem Weg bei Todendorf in der Nähe von Schloss Mitsuko bei Teterow. Wohl verstaut, liegt er im Kofferraum eines Mercedes, nicht ohne vorher seinen Mörder mit Minikamera, als Kugelschreiber in seiner Brusttasche getarnt, gefilmt zu haben.

So etwas gebe es tatsächlich, meint die Autorin. Ihr Sohn habe ihr jüngst einen solchen Kugelschreiber geschenkt. Da aber das Täterfoto leider nur bis zur Nasenspitze reicht, darf Chefermittler Carpenter vom Landeskriminalamt Schwerin weiter ermitteln, ungeachtet der Einmischungsversuche des BND, wie des Verfassungsschutzes.

Eine schöne Frau kommt ins Spiel, die den Kommissar gefühlsmäßig schwach macht und…

Mehr sei nicht verraten. Der Krimi liest sich gut und leicht und bringt zum Schluss noch einmal eine überraschende Wende. Die politische Phantasie der Autorin hat reale Bezüge, wie etwa Sarrazins Thesen. "Ich habe meinen Krimi ,Paranoia genannt, weil es darin um politische Wahnbildungen geht, um Misstrauen und Verschwörungstheorien. "Alle Geheimdienste der Welt haben Paranoia", meint die Autorin.

Es soll nicht der erste und letzte Krimi von Ull Eisel sein. Eine Geschichte, die in Waren, Müritz, spielt, liege auch schon vor, und in der Schublade hüte sie noch Manuskripte, in denen sie über ihr reich bewegtes Leben reflektiere. "Das ist noch nichts für die Öffentlichkeit", lächelt sie.

Ull Eisel ist allemal für Überraschungen gut, wissen alle, die sie kennen.

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