Stadtsanierung Güstrow : Modernes Wohnen in historischem Ambiente

Reinhard und Victoria Lieberum sehen sich auf ihrer Baustelle Gleviner Straße 10 um.
Reinhard und Victoria Lieberum sehen sich auf ihrer Baustelle Gleviner Straße 10 um.

Sanierung der Gleviner Straße 10 zum Jahresende abschließen - Zwölf Wohnungen.

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30. März 2016, 05:00 Uhr

„Immer wenn wir nach einiger Zeit wieder nach Güstrow kommen, erleben wir eine Stadt im Aufbruch, eine vitale Stadt“, sagt Victoria Lieberum. Einen Beitrag dazu leistet auch sie zusammen mit ihrem Mann Reinhard Lieberum. Das Ärztepaar aus Lahnstein (Rheinland-Pfalz) lässt das als Stift Bethlehem bekannte Gebäude in der Gleviner Straße 10 und die sich anschließende Grepelstraße 17 sanieren. Zwölf Wohnungen sollen Ende des Jahres vermietet werden.

Eigentlich könne man aus der Ferne so eine Mammutaufgabe gar nicht dirigieren, gesteht Reinhard Lieberum. „Das geht nur, weil wir hier in Güstrow ein tolles Team haben, das sich schon bei unserem Projekt Am Berge 10 bis 12 bewährt hat“, erklärt der Lahnsteiner und ist guter Dinge, dass der Zeitplan aufgeht. Viel ist schon geschafft. Davon konnten sich die Bauherren vergangene Woche überzeugen. Vom kleinen Fachwerkgebäude (Grepelstraße 17) über den Kemladen arbeiten sich die Bauleute zum Vorderhaus vor. Zimmerleute und Dachdecker sind am Werk. „Als letztes kommt jetzt der Dachstuhl des Haupthauses an die Reihe. Er wird erhalten und ergänzt“, berichtet Architekt Udo Fliege, der mit seinem Büro-Partner Hans-Peter Kruse die Sanierung plante und nun begleitet. Danach kämen die Fenster an die Reihe und dann könnte der Innenausbau beginnen.


Böse Überraschungen für den Statiker


Mit Überraschungen rechnet Fliege jetzt nicht mehr. Einige hatte es in den vergangenen Monaten gegeben. „Eigentlich machte das Objekt einen besseren Eindruck als die drei Häuser Am Berge“, erzählt der Architekt. Doch man sei eines Besseren belehrt worden. Die Statik erwies sich als das große Problem. Immer wieder musste neu geplant werden. Beispielsweise entpuppten sich Wände – einen halben Meter dick – nicht als wirklich massiv. Bei Umbauten in den vergangenen Jahrhunderten sei immer wieder nur eine weitere Schicht davor gemauert worden, erklärt Fliege.

Zu den schönen Überraschungen zählt der Architekt Scherben, die man beim Abriss eines Ofens fand. „Uralt und wunderschön“, schwärmt Victoria Lieberum und spricht von einer Art Zwiebelmuster auf den Kacheln. „Damals war es Bauschutt, heute sind wir fasziniert“, fügt sie hinzu. Die Möglichkeit Historisches zu bewahren und in die neue Zeit hinüber zu retten, ist den Bauherren ein wichtiges Anliegen. „Die Menschen sind längst zu Staub geworden. Was sie geschaffen haben aber ist noch da. Und der älteste Teil des Hauses stammt von 1618 – vor dem Dreißigjährigem Krieg“, gibt Reinhard Lieberum zu bedenken und sieht es in seiner Verantwortung, dem Alten auch heute gerecht zu werden und es mit den Vorteilen des Neuen zu kombinieren. „Modernes Wohnen in einem historisch einladenden Ambiente“, formuliert er das Ziel.

Die zwölf Wohnungen ganz verschiedener Größe sind allesamt individuell gestaltet, erstrecken sich zum Teil über zwei Etagen, haben Balkon oder Terrasse, aber z.B. auch große Flügeltüren mit Bekrönung, eine bemalte Decke, Stuck, Holzdielen oder einen alten Fliesenfußboden. Selbstverständlich bleibe auch die große Eingangshalle mit den Portalsäulen und der imposanten Treppenanlage aus der Zeit eines Umbaus im 19. Jahrhunderts erhalten, versprechen die Bauherren.

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