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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 03:24 Uhr

Laage : Modernes Wohnen im Scheunenviertel

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gestern Rohbaufest in Laage / Brandlücke schließt sich nach 40 Jahren

Viel, viel Lob und Anerkennung wurde gestern Nachmittag Kirsten und Marian Wegner zuteil. Nicht nur viele Bauleute, auch Stadtvertreter und -Verwaltungsmitarbeiter, Bekannte und Verwandte waren zum Rohbaufest in die Scheunenstraße gekommen. Genau so wollte es Marian Wegner haben. „Wir möchten alle beisammen haben, auch die Fensterbauer und die Elektriker. Bei einem üblichen Richtfest würden diese Gewerke keine Rolle spielen“, erklärt der Laager seine Variante eines Rohbaufestes. In den beiden Gebäuden, die für vier ehemalige Scheunen stehen, wird es sieben Wohnungen geben. Eine davon werden die Wegners selbst bewohnen.

Marian Wegner erinnert sich noch gut daran, dass die Scheunen Anfang der 1970er-Jahre niederbrannten. „Ich war wohl so sechs Jahre alt und habe zugeschaut, wie die Feuerwehrleute gelöscht haben“, erzählt der Laager. Auch deshalb habe es ihn gereizt, diese Baulücke zu schließen. Wohl 40 Jahre klaffte sie zwischen den verbleibenden Gebäuden des neueren Laager Scheunenviertels aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts. Nachdem erst eine und später auch zwei weitere Scheunen am Eingang zur Scheunenstraße saniert waren, wollte sich nun Marian Wegner mit Neubauten, die sich in das wertvolle, weil in Mecklenburg einmalige Ensemble einpassen.


Neues behutsam eingefügt


So habe man die Klinker ganz bewusst ausgewählt. An den Fassaden werden große Scheunentore angedeutet. Eine der fünf einst abgebrannten Scheunen wird nicht ersetzt. „So sind Balkone möglich und ein kleiner Aufenthaltsbereich zwischen den Gebäuden“, erklärt der Bauherr. An der Straßenseite werde eine große Stahlkonstruktion die Front optisch wieder schließen und eine „Luftscheune“ anbieten.

„Wir wollten keine Scheune kopieren, wohl aber nachempfinden. Denn hier passen nur Scheunen hin“, sagt Marian Wegner. Damit sich das Vorhaben auch rechnet habe man drei Etagen benötigt und sei deshalb mit den Gebäuden etwas ins Erdreich gegangen. Die alters gerechten Wohnungen sind allesamt bereits vergeben.

Der 50-Jährige bedankte sich gestern für viel Unterstützung, die er u.a. bei der Stadt bekam, die die Grundstücke verkaufte. Im Sanierungsgebiet „Scheunenviertel“ gebe es für das Projekt auch Städtebaufördermittel. „Anders wäre es kaum möglich ein solches Vorhaben zu realisieren“, sagt Marian Wegner. Im April vergangenen Jahres hatten die Bauarbeiten begonnen. Zum August, vielleicht auch etwas früher, sollen die Mieter einziehen können, kündigt der Bauherr an.

Laages Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst lobte gestern die Kombination von modernem Wohnen und historischem Ambiente. „Stück für Stück entwickelt sich das Scheunenviertel“, betonte Lochner-Borst gestern und ist guter Dinge, dass es weitergehen wird.

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