Tag der Erneuerbaren Energien : Moderne Technik macht’s möglich

Kurt Zabel (4 v. l.) lässt sich von Hans Hall (5 v. l .) die Arbeitsweise des Kraftwerkes erklären.
Kurt Zabel (4 v. l.) lässt sich von Hans Hall (5 v. l .) die Arbeitsweise des Kraftwerkes erklären.

Wärme und Strom aus Heizkraftwerk West 1 / Besucher schauten hinter die Kulissen

svz.de von
27. April 2015, 08:00 Uhr

Zum Tag der Erneuerbaren Energien hatten am Sonnabend die Güstrower Stadtwerke die Tore des Heizkraftwerkes West 1 geöffnet. „Es ist das erste Mal, dass wir den Güstrowern unsere hochmoderne Anlage zeigen“, sagt Edgar Föniger, Geschäftsführer der Stadtwerke. Er hob hervor, was diese Anlage so besonders macht: „Dieses Werk versorgt den Bärstämmweg und angrenzende Gebiete mit hocheffizienter Wärme und nebenbei erzeugen wir aus Bio-Erdgas Strom. Das ist eine ganz wichtige Möglichkeit auch für die Zukunft“, betont Edgar Föniger.

Insbesondere wenn man sieht, wie noch vor wenigen Jahren Strom und Wärme hergestellt wurden, wird klar, wie groß die Innovation ist. So erzählte der Besucher Fritz Kraus (75) aus Güstrow, dass er als Obermaschinist und Schichtleiter bei der WEMAG im Standort Rövertannen tätig war. „Zwischen 400 und 600 Tonnen Braunkohle wurden damals täglich verheizt und wir konnten 120 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugen“, erzählt der 75-Jährige. Seine frühere berufliche Beziehung zur Energie hatte ihn auch zum modernen Heizkraftwerk der Stadtwerke gelockt. „Hier ist schon etwas mehr Technik“, sagte er.

Seit etwa einem Jahr ist das Heizkraftwerk West1 in Betrieb. Die zwei Module haben je 140 Kilowatt Leistung und erzeugen gleichzeitig eine Wärmeleistung von knapp 500 Kilowatt. In Kraft-Wärme-Kopplung werden hier gleichzeitig bis zu etwa 1 850 Megawattstunden Strom und etwa 3,2 Megawatt thermische Leistung erzeugt. Das entspricht der Versorgung von etwa 530 Vier-Personen-Haushalten. Die Anlage ist sicherer als Wind und Sonne. „Erneuerbare Energien sind nicht immer verfügbar“, sagte Hans Hall, Abteilungsleiter Fernwärme. Dies könnten solche Kraftwerke wie das der Stadtwerke ausgleichen. Dazu diene auch ein enormer Wärmespeicher auf dem Gelände.

Interessenten konnten sich am Sonnabend an zwei Standorten in Güstrow umsehen. In der näheren Umgebung waren auch in der SmartHeat Deutschland GmbH am Augraben in Güstrow und in der Landgesellschaft M-V/ Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Gülzow die Türen geöffnet. Insgesamt hatten landesweit 72 Standorte ihre Türen zum Tag der Erneuerbaren Energien geöffnet und gewährten Einblick hinter die Kulissen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen